VERSCHWUNDEN UND VERSTORBEN IN BYRON BAY: Der Tod von Jackson Stacker (2021)

Der Tod von Jackson Stacker 

Was ist tatsächlich mit Jackson Stacker passiert?

Das neue Jahr hat begonnen und ich möchte gleich mit der neuen Serie dieses Blogs "Verschwunden und Verstorben in Byron Bay" starten.
Byron Bay gilt als Ort der Freiheit, Spiritualität und Schönheit. Doch abseits der Postkartenmotive gibt es Fälle, die nie vollständig aufgeklärt wurden: Menschen, die spurlos verschwanden, Tote mit offenen Fragen, Ermittlungen mit Lücken.
"Verschwunden und verstorben in Byron Bay" dokumentiert diese Fälle sachlich, respektvoll und kritisch. Der Fokus liegt auf bekannten wie vergessenen Schicksalen, widersprüchlichen Ermittlungsansätzen und der Frage, ob manche Todesfälle zu früh als Unfall oder Suizid eingeordnet wurden. Dieser Blog versteht sich als Erinnerung, Analyse – und als Stimme für jene, deren Geschichten nicht abgeschlossen sind. Außerdem möchte ich gemeinsam mit Euch den Fragen nachgehen, ob es zwischen den Fällen eine Verbindung gibt oder ob dies alles nur unglückliche Einzelfälle sind? Und ob es einen Serienmörder mehrere verschiedene Täter in Byron Bay gibt?
Es ist unklar, wie viele Folgen diese Serie hat, aber ich möchte die Serie nicht in die Länge ziehen, deshalb möchte ich mich in der nächsten Zeit fast ausschließlich mit diesen Fällen beschäftigen. 
Im heutigen Beitrag geht es um den ersten Fall dieser Serie. Der Fall Jackson Stacker hat sich im Jahr 2021 ereignet. 

Was ist mit Jackson Stacker in Byron Bay passiert?
Foto: Google 

Hinweis:

Dieser Blog dient der journalistischen Aufarbeitung realer Vermisstenfälle, Morddelikte und verdächtiger Todesumstände. Alle Inhalte basieren auf öffentlich zugänglichen Quellen, Medienberichten und offiziellen Angaben.
Die dargestellten Theorien stellen keine Tatsachenbehauptungen dar, sondern dienen der Einordnung ungeklärter Aspekte.
Die Unschuldsvermutung gilt uneingeschränkt. Ziel dieses Blogs ist Erinnerung, Information und kritische Analyse – nicht Vorverurteilung oder Sensationalismus.

Der Fall Jackson Stacker 

Jackson Stacker wurde im Jahr 1996 als Sohn von Sandra MacFarlane und Ian Stacker in Melbourne im australischen Bundesstaat Victoria geboren. Seine Eltern sind zwar mittlerweile geschieden, aber sie verstehen sich trotzdem noch sehr gut. Jackson war eng mit seiner Familie verbunden. Er war bereits in jungen Jahren ein sehr entspannter und unabhängiger Mensch, der seine Freiheiten liebte. Jackson hatte schon immer seine Prinzipien. Allgemein war Jackson ein sehr ruhiger, entspannter, freundlicher und sozial kompatibler junger Mann. Er konnte sehr gut mit den unterschiedlichsten Menschen umgehen. Jackson Stacker traf seine Entscheidungen oft selbstständig und ließ sich wenig von anderen Menschen beeinflussen. Seine Eltern unterstützten seine Unabhängigkeit, auch wenn sie nicht immer gleicher Meinung waren.

Jackson Stacker lebte in Melbourne [Victoria].Melbourne ist die Hauptstadt des Bundesstaates Victoria in Australien. Sie ist mit etwa 5,207 Millionen Einwohnern nach Sydney die zweitgrößte Stadt Australiens. Die Einwohner von Melbourne werden im Englischen Melburnians genannt. Melbourne wurde 1837 nach dem damaligen britischen Premierminister Lord Melbourne benannt und ist katholischer sowie anglikanischer Erzbischofssitz.
Foto: Google Maps 


Jackson Stacker mit seiner Mutter Sandra MacFarlane. 
Foto: Privat/Familie Stacker 

Jackson war ein technisches Talent 

Jackson war schon immer sehr kreativ gewesen. Bereits in der frühen Kindheit hatte Jackson sehr gute technische Fähigkeiten. Er war ein echtes technisches Talent und half seinem Großvater beim Basteln an alten Radios und Werkzeugen im Gartenhaus. Sein Großvater unterstützte seine technischen Fähigkeiten und half ihm, sein technisches Verständnis und seine technischen Fähigkeiten weiter zu verbessern. Irgendwann war es jedoch eher umgekehrt und Jackson zeigte seinem Großvater neue Dinge.

Student der Elektrotechnik 

Nach dem Schulabschluss schrieb Jackson Stacker sich im Jahr 2016 an einem technischen College ein, um Elektrotechnik zu studieren. [Anm. Die Ausbildung zum Elektrotechniker (Electrician Apprenticeship) in Australien dauert standardmäßig 4 Jahre und kombiniert praktische Arbeit im Betrieb mit theoretischem Unterricht, was zur Qualifikation eines Certificate III in Electrotechnology Electrician führt, bevor man die staatliche Lizenz beantragen kann. Die Dauer kann sich bei Teilzeit anpassen, ist aber meist auf vier Jahre ausgelegt, um alle Fähigkeiten zu erwerben.] Jackson stürzte sich mit vollem Einsatz in seine Ausbildung bei einem lokalen Unternehmen und erntete Lob von seinen Vorgesetzten für seinen Fleiß und seine Problemlösungsfähigkeiten. In der Freizeit war Jackson mit Freunden und Familie unterwegs. Er war für seine unkomplizierte Art, sein ansteckendes Lachen und seine Dreadlocks bekannt. Er hatte für sich eine freie und alternative Lebenseinstellung angenommen. Und seine Lebenseinstellung kollidierte regelmäßig mit seiner Ausbildung, denn die Ausbildung zum Elektrotechniker schränkte Jackson Stacker oft in seiner Spontanität und Freiheit ein, die in seinem Leben immer eine wichtige Rolle gespielt hat. Auch wenn ihm Spontanität und Freiheit fehlten, zog er seine Ausbildung weiterhin durch. Im Jahr 2020 war Jackson Stacker am Ziel und er hatte seine Ausbildung zum Elektrotechniker erfolgreich abgeschlossen. Er war nun ein qualifizierter Elektrotechniker.

Ian Stacker mit seinem Sohn Jackson. 
Foto: Google 

Jackson wollte die Welt bereisen 

Trotz seines beruflichen Erfolgs wollte Jackson nicht sofort als staatlich qualifizierter Elektrotechniker für ein Unternehmen arbeiten. Jackson wollte eigentlich die Welt bereisen und den Zwängen des Stadt- und Arbeitslebens entfliehen. Dies äußerte er immer in Gesprächen mit seiner Familie und seinen Freunden. Jackson wollte eigentlich als Backpacker [Rucksacktourist] durch die Welt reisen, doch das war im Jahr 2020 aufgrund der Covid-19- Pandemie nicht mehr so möglich und mit vielen verschiedenen Regelungen und Einschränkungen verbunden. Jackson entschied sich dann einfach einen Roadtrip durch Australien zu machen. Er beschloss, einen ausgedehnten Roadtrip entlang der australischen Ostküste zu unternehmen. Seine Eltern unterstützten seine Reisepläne und fanden die Idee gut, durchs Land zu reisen.

Eine Reise zu sich selbst 

Für Jackson Stacker war der Roadtrip wohl mehr als eine Reise durchs Land, sondern eine Reise zu sich selbst. Ich denke, er wollte für sich herausfinden, wie er sein Leben in den nächsten Jahren gestalten möchte. Jackson war ein Freigeist und bevorzugte einen alternativen Lebensstil. Er vermied Plastik, kaufte nicht in normalen Supermärkten ein, sondern ging in kleine Bioläden, die nur regionale Produkte verkauften. Er wollte kein konventionelles Leben führen. Er wollte einen Weg finden, von der Natur zu leben und die Umwelt nicht zu belasten. Jackson experimentierte gelegentlich auch mit Drogen [LSD und Marihuana]. Seine Eltern wussten davon und waren nicht begeistert, aber sie vertrauten ihren Sohn, denn Jackson konsumierte allgemein Drogen nur auf Partys. Und sein Drogenkonsum verlief nicht immer gut, denn angeblich war Jackson bereits in der Vergangenheit wegen einer drogeninduzierte Psychose im Krankenhaus behandelt worden. Davon hatte er sich aber schon lange erholt. [Anm. Die substanzinduzierte Psychose ist eine exogene Psychose und entsteht folglich aufgrund äußerer Einflüsse. Sie lässt sich auf den Konsum verschiedener Drogen und einiger Medikamente zurückführen. Folgende Substanzen können unter anderem eine Drogenpsychose auslösen: Cannabis und synthetische Cannabinoide wie "Spice".]

Mit diesem weißen Toyota Hiace-Van ging Jackson Stacker auf Reisen. 
Foto: Polizei 

Beginn des Roadtrips

Im Dezember 2020 begann Jackson Stacker seinen Roadtrip entlang der australischen Küste. Jackson machte sich in einem weißen Toyota Hiace-Van auf den Weg, einem Geschenk seines verstorbenen Großvaters, den er liebevoll mit einem einfachen Bettgestell, Regalen und einem kleinen Gaskocher ausgestattet hatte. Seinen Angehörigen erzählte er von einem geplanten bescheidenen Roadtrip entlang der Küste von New South Wales, angetrieben von der Sehnsucht nach Einfachheit und Verbundenheit mit der Natur. Jackson nahm in seinem Van nur sehr wenige Sachen mit. Nur lediglich das Nötigste, ein paar Kleidungsstücke zum Wechseln und einige persönliche Erinnerungsstücke wie ein Foto seines Großvaters, ein kleines Tagebuch und eine abgenutzte Gitarre, nahm er mit. Jackson hatte mit seiner Familie vereinbart, sich regelmäßig zu melden und ein kurzes Update zu geben. Und zunächst hielt Jackson sich auch daran. In den folgenden Monaten schickte Jackson Stacker immer wieder kurze Updates von seiner Reise. Mal schickte er ein Foto oder eine kurze Sprachnachricht. So wussten seine Eltern, wo er sich gerade aufhält und dass es ihm gut geht.

Ankunft in Byron Bay

Mitte 2021 erreichte der 25-jährige Jackson Stacker den Küstenort Byron Bay. Jackson hatte schon viel von dem Küstenort gehört, denn Byron Bay gilt als pulsierendes Kunstzentrum und Treffpunkt für Menschen, die alternative Lebensstile suchen. Und das waren auch die Gründe, warum es Jackson nach Byron Bay zog. Er parkte seinen Van in der Nähe vom Main Beach und schloss sich bald einem losen Netzwerk von Reisenden und sogenannten "Stoner-Crews" an, die in den Dünen zelteten und bei Lagerfeuer und Musik enge Freundschaften knüpften. Jackson fand in dieser Community schnell Anschluss und neue Freunde. Die Freunde erinnerten sich später an die unkomplizierte Kameradschaft mit Jackson. Er teilte sein Essen, drehte Joints und experimentierte auf abgelegenen Partys vorsichtig mit Psychedelika. Trotz gelegentlicher Angstzustände fand er in der Gruppe, die sich konventionellen gesellschaftlichen Zwängen widersetzte, Geborgenheit und Zusammenhalt. Bekannte vor Ort beschrieben Jackson als einen sehr großzügigen und aufmerksamen jungen Mann, der stets bei Reparaturen half oder jedem in Not ein Lächeln schenkte. Doch hinter seiner freundlichen Fassade kämpfte Jackson Stacker mit Heimweh und Depressionen. Er vertraute einem Freund an, dass er sich ohne festes Dach über den Kopf manchmal sehr verloren fühlte. [Anm. Byron Bay ist eine Küstenstadt im äußersten Nordosten von New South Wales, Australien (im Bundjalung-Gebiet). Sie liegt 772 Kilometer nördlich von Sydney und 165 Kilometer südlich von Brisbane. Cape Byron, eine Landzunge in der Nähe der Stadt, ist der östlichste Punkt des australischen Festlandes. Im Jahr 2021 hatte die Stadt Byron Bay 6.330 Einwohner. Sie ist die größte Stadt im Verwaltungsbezirk Byron Shire, jedoch nicht dessen Verwaltungssitz (dieser befindet sich in Mullumbimby).]

Byron Bay ist eine Küstenstadt im äußersten Nordosten von New South Wales, Australien (im Bundjalung-Gebiet). Sie liegt 772 Kilometer nördlich von Sydney und 165 Kilometer südlich von Brisbane. Cape Byron, eine Landzunge in der Nähe der Stadt, ist der östlichste Punkt des australischen Festlandes. Im Jahr 2021 hatte die Stadt Byron Bay 6.330 Einwohner.
Foto: Google Maps 

Jackson Stacker erreichte auf seinem Roadtrip Mitte des Jahres 2021 den Küstenort Byron Bay [New South Wales].
Foto: Google Maps 

Es ist verständlich, warum es nicht nur Jackson Stacker nach Byron Bay zog. Byron Bay ist ein wunderschöner Küstenort mit tollen Stränden. Man kann dort viele Menschen treffen, die eher den alternativen Lebensstil bevorzugen. 
Foto: Google Maps 

Ein Strandabschnitt von Byron Bay. 
Foto: Google Maps 

Ein innerer Kampf

Auch wenn Jackson Stacker die Küste und die Natur von Byron Bay liebte, wollte er dort weg. Er hatte das Gefühl, dass seine neuen "Freunde" ihn nur ausnutzen würden. Jackson kämpfte mit sich selbst. Auf der einen Seite wollte er einen freien und
alternativen Lebensstil führen, aber auf der anderen Seite brauchte er für sein Leben einen festen Rahmen. Diese zwei gegensätzlichen Lebensstile kämpften miteinander und Jackson wusste nicht, wie er beide miteinander verbinden kann. Jackson wollte wieder in den Bundesstaat Queensland reisen, was aufgrund der Covid-19 Pandemie nicht einfach war, denn die Grenzen zwischen den Bundesstaaten hatte man in der Zwischenzeit auch geschlossen. Nur mit den richtigen Dokumenten konnte man die Grenze passieren. Das schränkte Jackson Stacker weiter ein und schlug auf sein Gemüt.

Zunächst fühlte sich Jackson Stacker auf seiner Reise und in Byron Bay wohl, doch im Juli 2021 hatte Jackson mit psychischen Problemen und den Einschränkungen aufgrund der Covid-19 Pandemie zu kämpfen. 
Foto: Privat/Familie Stacker 

Die letzten Tage und letzte Kommunikation von Jackson Stacker

Das letzte bestätigte Gespräch von Jackson Stacker fand am 22. Juli 2021 statt. Er hat mit seiner Mutter Sandra gesprochen. Laut den Aussagen seiner Familie zufolge wirkte Jackson sehr optimistisch. Er sprach über seine Pläne, sich entweder in Byron Bay einen Kurzzeitjob zu suchen oder zurück nach Queensland zu reisen. Aufgrund der Pandemie wurden die Grenzen des Bundesstaates sehr schnell geschlossen, und Jackson saß in New South Wales fest. John Van Winegarden [Freund von Jackson] sagte später bei einer gerichtlichen Untersuchung aus, dass Jackson ziemlich sauer war. Er konnte nicht das tun, was er wollte. Er fühlte sich in seiner Freiheit und Spontanität sehr eingeschränkt. Er wollte eigentlich zu einem Musikfestival in Queensland und nach Cairns fahren. Und nun saß er in Byron Bay fest. Jackson versicherte seiner Mutter, dass es ihm sehr gut gehe. Möglicherweise wollte er seine Familie nicht über seine wahre psychische Verfassung beunruhigen. Jackson fand zwar Arbeit in Byron Bay, hatte dort aber zu kämpfen. Die Mieten waren hoch und die Zahl der Obdachlosen dort gehört zu den größten des Landes. Er versuchte, sich ein Freundesnetzwerk aufzubauen, aber aufgrund der unsteten Lebensweise in Byron Bay fühlte er sich irgendwie verletzlich und dort nicht mehr wohl. Jackson sagte, dass ihn andere nur ausnutzen würden und dass er untertauchen wolle. Die Mutter versuchte Jackson wieder mental aufzubauen und am Ende des Gespräches war Jackson wieder optimistisch. Das war das letzte Mal, dass Sandra MacFarlane mit ihrem Sohn Kontakt hatte. Der 22. Juli 2021 war auch der Tag, an dem Jackson Stacker zum letzten Mal lebend gesehen wurde.

Der Vorfall

Jacksons Freund Kilarney sagte ebenfalls bei der gerichtlichen Untersuchung aus. 
Jacksons Freund Kilarney berichtete von einem Vorfall auf dem Parkplatz am Main Beach, der sich vor dem 22. Juli 2021 ereignet hat. Jackson Stacker war komplett fertig und ließ sich von seinen Gefühlen überwältigen. Jackson habe einen ohrenbetäubenden Schrei über den ganzen Parkplatz ausgestoßen. Er war wütend und warf sein Fahrrad gegen einen Felsen ins Meer.
Anschließend brach Jackson zusammen und weinte nur noch. Zeugen sagten später aus, dass er nach einem LSD-Trip auf einem nahegelegenen Festival aufgewühlt gewesen sei und über Paranoia und Erschöpfung geklagt habe. Dieselben Bekannten beschrieben, wie Jackson einem anderen Obdachlosen seinen Van anbot, bevor er verschwand. Als Jackson nicht zurückkehrte, nahm die Gruppe an, dass er zu einem anderen Campingplatz weitergezogen sei.

Jackson Stacker traf sich mit seinen Byron-Bay-Freunden regelmäßig am Main Beach. Sie hörten Musik, machten ein Lagerfeuer und konsumierten Drogen. Dort soll Jackson Stacker auch einen mentalen Zusammenbruch gehabt haben. 
Foto: Google Maps 

Der Strafzettel

Am 1. August 2021 versuchte Sandra MacFarlane ihren Sohn zu erreichen, denn bei ihr war ein Strafzettel mit der Post angekommen. Jackson hatte wohl seinen Van in Byron Bay falsch geparkt und nun den Strafzettel erhalten. Seine Mutter wollte darüber mit ihm sprechen, aber er war nicht zu erreichen. Das alles machte Sandra MacFarlane sehr unruhig. Sie habe dann wegen dem Strafzettel Geld auf sein Konto überwiesen mit dem Verwendungszweck, "Bitte ruf Mama an!" Jackson meldete sich jedoch nicht.

Bei der Polizei als vermisst gemeldet 

Jacksons Eltern machten sich mittlerweile große Sorgen um ihn, deshalb meldeten sie ihn bei der Polizei von Byron Bay als vermisst. Die Beamten nahmen das Verschwinden von Jackson nicht besonders ernst. Sie sagten, dass er schon wieder auftauchen würde. Außerdem machten sie abfällige Aussagen über Jackson. Sie sagten, dass Jackson obdachlos und drogenabhängig sei, was überhaupt nicht stimmte. Ein paar Tage später wurde vergeblich nach Jackson und seinem weißen Toyota Hiace-Van in Byron Bay gesucht.



Entdeckung des Vans

Am 21. August 2021 stießen zwei Männer [Francis Stanek und Matty] auf dem Rastplatz "Sleepy Hollow" in Yelgun auf den geparkten Van von Jackson Stacker. Der Rastplatz "Sleepy Hollow Rest Area Northbound" in Yelgun liegt am M1 Pacific Highway rund 40 Kilometer nördlich von Byron Bay. [Anm. Es gibt noch einen zweiten Rastplatz "Sleepy Hollow Rest Area Southbound". Dieser Rastplatz ist nicht weit vom Rastplatz "Sleepy Hollow Rest Area Northbound" entfernt.] Francis Stanek war der Van bereits vor einigen Tagen auf dem Rastplatz aufgefallen. Er hatte seinem Bekannten Matty davon erzählt und beide wollten sich die Sache genauer anschauen. Francis Stanek erzählt später bei der gerichtlichen Untersuchung, dass sein Bekannter praktisch mittellos sei und obdachlos sei. Francis Stanek dachte, dass der verlassene Van möglicherweise eine Unterkunft für Matty sei. Er hat dann den verzweifelten und mittellosen Bekannten [Matty] zum Van gebracht, den er auf dem Rastplatz Sleepy Hollow Rest Area Northbound, 40 Kilometer nördlich von Byron Bay, entdeckt hatte. Die beiden Männer hätten sich dann den Van genauer angeschaut.

Der Rastplatz "Sleepy Hollow Rest Area Northbound" in Yelgun befindet sich 40 Kilometer nördlich von Byron Bay [New South Wales].
Foto: Google Maps 

Der weiße Toyota Hiace-Van von Jackson Stacker wurde auf dem Rastplatz "Sleepy Hollow Rest Area Northbound" entdeckt. Der Rastplatz befindet sich in Yelgun und liegt 40 Kilometer nördlich von Byron Bay [New South Wales]. Der Rastplatz liegt direkt am M1 Pacific Highway.
Foto: Google Maps 


Der Rastplatz "Sleepy Hollow Rest Area Northbound" in Yelgun. Hier wurde der Van von Jackson Stacker entdeckt. 
Foto: Google Maps 

Der Rastplatz "Sleepy Hollow Rest Area Northbound" in Yelgun. Hier wurde der Van von Jackson Stacker entdeckt. 
Foto: Google Maps 

Das ist der weiße Toyota Hiace-Van von Jackson Stacker auf dem Rastplatz "Sleepy Hollow Rest Area Northbound" in Yelgun [New South Wales]. Man kann auf diesem Foto sehen, dass eine Scheibe des Vans herausgebrochen ist. 
Foto: Polizei 

Verwüstet und zerstört

Es schien tatsächlich so, als wäre der Van auf dem Rastplatz einfach zurückgelassen worden. Die beiden Männer stellten mit Erstaunen fest, dass die Schlüssel noch im Zündschloss steckten. Im Inneren roch es nach muffiger Kleidung und verdorbenen Lebensmitteln. Im Inneren des Fahrzeugs herrschte das komplette Chaos. Es sah so aus, als hätte jemand alles herumgeworfen und zerstört. Matty hat den Van auf Wertgegenstände durchsucht. Er fand nur eine Digitalkamera. Er nahm die Digitalkamera mit und verkaufte sie für 50 Dollar, um sich Marihuana zu kaufen. Francis Stanek erzählte später bei der gerichtlichen Untersuchung, dass sie weder Geld, Drogen noch ein Mobiltelefon im Van gefunden hätten. Sie hätten aber dafür einen Führerschein und die Fahrzeugpapiere des Vans gefunden. Beide Männer fanden es sehr seltsam, dass jemand seinen Führerschein und seine Fahrzeugpapiere einfach zurückgelassen hat. Auch dass die Schlüssel im Zündschloss gesteckt haben, sei mehr als merkwürdig gewesen. Allgemein erschien die ganze Situation mehr als seltsam.

Der Innenraum des Vans war komplett verwüstet und teilweise zerstört. 
Foto: Polizei 

Der Innenraum des Vans war komplett verwüstet und teilweise zerstört. 
Foto: 60 Minutes

Der Anruf von einer Frau aus Murwillumbah

Am 23. August 2021 rief eine Frau in Murwillumbah Jacksons Vater [Ian Stacker] an. Seine Nummer stand in den Zulassungspapieren für den Van. Die Frau teilte ihm mit, dass ihr der Van zum Kauf angeboten worden sei.
Die Frau sagte, der Van sei angeblich offen gewesen, die Schlüssel hätten im Zündschloss gesteckt und er habe im Inneren nach verrottenden Lebensmitteln gerochen. Dies beunruhigte die Familie von Jackson Stacker sehr und sie wandten sich mit den neuen Informationen an die Polizei. Die Familie von Jackson betont immer wieder, dass die Frau sich völlig korrekt verhalten habe, denn sie habe erst einmal überprüft, ob das Fahrzeug tatsächlich zum Verkauf stand. Nur durch ihren Anruf hat die Familie von Jackson neue Informationen erhalten, die sie an die Polizei weitergegeben konnten.

Die Entdeckung

Nach dem Erhalt der neuen Informationen wurden die Ermittlungen und Suchmaßnahmen auf dem Gebiet des Rastplatzes "Sleepy Hollow Rest Area Northbound" in Yelgun ausgerichtet. Am 25. August 2021, nur zwei Tage nach dem Fund des Vans, wurde die Leiche des 25-jährigen Jackson Stacker in der Nähe des Rastplatzes "Sleepy Hollow Rest Area Northbound" gefunden. Seine Leiche wurde unter einem Baum auf einer Koppel gefunden, die sich in unmittelbarer Nähe des Parkplatzes des Vans befand. Da die Leiche von Jackson Stacker einen Monat lang den Witterungseinflüssen ausgesetzt gewesen war, bestanden seine Überreste fast nur noch aus Skelettresten. Seine Kopfhaut und seine Dreadlocks wurden etwa 14 Meter vom Rest seines Körpers entfernt gefunden. Ihm fehlten mehrere Zähne, und seine Stiefel lagen noch weiter entfernt vom Körper. Jackson Stacker wurde mit dem Gesicht nach unten liegend aufgefunden. Er trug seinen Kunstpelzmantel. In der Brust steckte ein Jagdmesser. Bei der Leiche wurden zwei Feuerzeuge, Streichhölzer, Getriebeöl, Klebeband, eine Mütze und eine E-Zigarette gefunden. 
Die Leiche wurde für weitere forensische Untersuchungen zum zuständigen Rechtsmediziner von New South Wales transportiert.

Jackson Stacker wurde mit dem Gesicht nach unten liegend am Fundort aufgefunden. Er trug seinen Kunstpelzmantel. In der Brust steckte ein Jagdmesser. Bei der Leiche wurden zwei Feuerzeuge, Streichhölzer, Getriebeöl, Klebeband, eine Mütze und eine E-Zigarette gefunden. 
Foto: Google 

Die Leiche von Jackson Stacker wurde an einem Baum auf einer Koppel hinter dem Rastplatz "Sleepy Hollow Rest Area Northbound" in Yelgun [New South Wales] entdeckt. 
Foto: Google Maps 

Der Leichenfundort hinter dem Rastplatz "Sleepy Hollow Rest Area Northbound" in Yelgun [New South Wales].
Foto: Google 

Der Leichenfundort

Der Leichenfundort befindet sich auf einer Koppel bzw. einem Paddock etwa 120 Meter neben dem Rastplatz "Sleepy Hollow Rest Area Northbound" in Yelgun. Der Fundort und der Rastplatz "Sleepy Hollow" liegen direkt am M1 Pacific Highway in New South Wales. Das Gelände befindet sich in Yelgun, nördlich von Byron Bay (ca. 40 km entfernt) im Tweed Shire. Der Fundort lag konkret auf einem Farmgelände hinter dem Rastplatz an der Pottsville Road. Die Koppel bzw. der Paddock befindet sich zwar in unmittelbarer Nähe zum Rastplatz "Sleepy Hollow", doch sie ist trotzdem recht abgelegen. Um zum Leichenfundort zu kommen, muss man über zwei Zäune klettern und einen Bach durchwaten. Auf der Koppel befanden sich 33 Kühe.

Der Rastplatz "Sleepy Hollow Rest Area Northbound" in Yelgun [New South Wales] und der Leichenfundort. 
Foto: 60 Minutes

Der Leichenfundort von Jackson Stackers liegt hinter dem Rastplatz "Sleepy Hollow Rest Area Northbound" in Yelgun [New South Wales]. Der Leichenfundort befindet sich auf einer Koppel etwa 120-150 Meter neben/hinter dem Rastplatz. Der Rastplatz liegt direkt am M1 Pacific Highway.
Foto: Polizei 

Das Messer 

Bei der Entdeckung der Leiche von Jackson Stacker steckte ein Messer in der Brust. Bei dem Messer handelt es sich um ein Jagdmesser. In den offiziellen Berichten der Polizei von New South Wales und den Unterlagen der gerichtlichen Untersuchung [Inquest] wurde die spezifische Marke des im Fall Jackson Stacker verwendeten Messers bisher nicht öffentlich benannt. Oft wird in medialen Berichten eine Klingenlänge von 30 Zentimeter angegeben, dass aber nicht korrekt ist.
Die Gesamtlänge des Messers beträgt 30 Zentimeter, während die Klinge selbst in Gerichtsberichten immer konstant als 18 Zentimeter lang beschrieben wurde. An dem Messer konnten weder Fingerabdrücke noch DNA-Spuren von Jackson Stacker oder anderen Personen gesichert werden. Auch Zeugen, die Jackson Stacker zuvor mit einem solchen Messer gesehen hätten, gab es nicht. Die passende Messerscheide wurde jedoch später in seinem verlassenen Van entdeckt. 

Das Jagdmesser steckte bis zum Heft in der Brust von Jackson Stacker. Das Messer hat eine Gesamtlänge von 30 Zentimeter. Die Klingenlänge beträgt 18 Zentimeter. Die Scheide des Jagdmessers wurde im Van von Jackson Stacker gefunden. 
Foto: Polizei/60 Minutes

Die Ermittlungen 

Die zuständigen Ermittler und Strafverfolgungsbehörden stuften den Tod von Jackson Stacker sehr schnell als Suizid ein. Eine andere Möglichkeit kam für sie zunächst nicht in Betracht. Aufgrund dieser raschen Einstufung des Falls, wurde der Leichenfundort/Tatort nicht mit aller Sorgfalt behandelt. Die Ermittler waren nicht mehr offen für andere Möglichkeiten gewesen und schlossen die Ermittlung bald mit dem Ergebnis "Suizid" ab. Auch schenkte man den Eltern kein Gehör. Die Eltern machten immer wieder darauf aufmerksam, dass das Mobiltelefon von Jackson verschwunden sei und dies sehr seltsam ist, da Jackson immer sehr mit seinem Mobiltelefon verbunden war. Sie regten eine Ortung des Mobiltelefons und die Überprüfung der Mobilfunkdaten an, aber die Ermittler gingen darauf überhaupt nicht ein. 

Die erste Autopsie

Die erste Autopsie wurde von dem zuständigen Rechtsmediziner durchgeführt. Der Rechtsmediziner konnte die genaue Todesursache von Jackson Stacker nicht mehr feststellen. Der Todeszeitpunkt wurde auf den Zeitraum nach dem 22. Juli 2021 [letztes bestätigtes Lebenszeichen] festgelegt. 

Die zweite Autopsie 

Die Eltern von Jackson Stacker waren mit ⁹⁹⁰⁰ Arbeit der Ermittler und des Rechtsmediziners nicht besonders glücklich, deshalb beauftragten sie einen erfahrenen Rechtsmediziner mit einer zweiten Autopsie. Der Rechtsmediziner stellte fest, dass aufgrund des extremen Verwesungsgrades das Weichgewebe weitgehend nicht mehr vorhanden war. Dies hat die Ermittlung der Todesursache maßgeblich erschwert. Der Rechtsmediziner stellte fest, dass in der Brust ein Jagdmesser mit einer 18 Zentimeter langen Klinge steckte. Das Jagdmesser steckte bis zum Heft des Messers in der Brust. Die tiefe, mittig über dem Brustbein verlaufende Messerstichwunde könnte selbst zugefügt worden sein oder die Folge eines Angriffs sein. Der Rechtsmediziner wies jedoch darauf hin, dass das Messer mit erheblicher Wucht eingesetzt wurde und es sich nicht um geringfügige Gewalt handelte. Diese Wunden könnten eindeutig von einem Angreifer verursacht worden sein. Es wurden keine Abwehrverletzungen festgestellt. Es konnten weder an der Waffe noch an umliegenden Gegenständen eindeutige Spuren Dritter gefunden werden. Leider konnten diese forensischen Untersuchungen erst verspätet durchgeführt werden. Möglicherweise sind durch den unprofessionellen Umgang und die nicht fachgerechte Lagerung der Gegenstände Spuren verloren gegangen. Außer den Fußabdrücken des Opfers konnten keine weiteren eindeutig identifiziert werden. Auch das Teile von Jackson Stackers Überreste abgetrennt waren, sei nicht zwingend ein Beweis für ein Verbrechen sind. Im fortgeschrittenen Verwesungszustand sei nur sehr wenig Kraftaufwand nötig, um den Schädel von den übrigen Überresten zu trennen. Die Teile könnten durch Tierfraß verstreut worden sein. Der Rechtsmediziner kritisierte das anfängliche Vorgehen am Leichenfundort/Tatort der Strafverfolgungsbehörden. Der Rastplatz wurde erst durchsucht, als Druck von anderen Personen und Stellen auf die zuständigen Ermittler ausgeübt wurde. Auch die unzureichende Spurensicherung im Van sei doch mehr als ignorant und unprofessionell gewesen. Die zuständigen Beamten hätten sich viel zu früh mit der Theorie eines Selbstmordes zufrieden gegeben und hätten danach keine kriminaltechnischen Maßnahmen in Auftrag gegeben. Auch seien die damaligen Ermittler aufgrund von Krankheit oder anderen Gründen nicht mehr für den Rechtsmediziner zu sprechen gewesen. Dieses Verhalten gäbe doch Anlass zur Besorgnis. Zeugenaussagen hoben zudem hervor, dass in der Nähe grasende Rinder auf der Koppel gewesen waren, wodurch möglicherweise Skelettteile verstreut und beschädigt worden waren. Abschließend konnte bei der Autopsie die Todesursache von Jackson Stacker nicht geklärt werden, da seine sterblichen Überreste einige Zeit den Witterungseinflüssen ausgesetzt gewesen waren.

Mobiltelefon von Jackson Stacker 

Jackson Stacker besaß ein Smartphone der Marke "Samsung". [Anm. Leider wurde das Modell nie öffentlich genannt und ich konnte das Modell auch in keinem, der mir vorliegenden Dokumenten finden.] Dieses Mobiltelefon wurde nach dem Tod von Jackson [22. Juli 2021] und nach der Entdeckung der Leiche von Jackson [25. August 2021] nicht bei seiner Leiche, am Leichenfundort oder im Van gefunden. Sandra MacFarlane gelang es, sich über das Google-Konto von Jackson in all seine Apps einzuloggen. Sie hatte überall Zugang und konnte sich ein Bild über Jackson letzte Online-Aktivitäten machen. Sandra MacFarlane [nicht die Ermittler!] konnte durch eigene Recherchen herausfinden, dass das Mobiltelefon von Jackson etwa eine Woche nach seinem Tod in der Nähe von Grafton eingeschaltet wurde. Grafton ist etwa 200 Kilometer vom Rastplatz entfernt. 
Das Mobiltelefon loggte sich über vier Tage hinweg in verschiedene Mobilfunkmasten ein, während es sich anscheinend zurück in die Gegend von Byron Bay bewegte, bevor es am 2. August 2021 endgültig ausgeschaltet oder zerstört wurde. Man geht davon aus, dass Jackson zu diesem Zeitpunkt bereits tot war. Es ist anzumerken, dass die Polizei sich nicht wirklich für das verschwundene Mobiltelefon oder den Mobilfunkdaten von Jackson Stacker interessiert hat, weil sie zu diesem Zeitpunkt von einem Suizid ausgegangen sind. 

Fund eines Handys durch TV-Crew

Während der Dreharbeiten für die Sendung "60 Minutes" [ausgestrahlt 2024)] fand das Produktionsteam ein halb vergrabenes Mobiltelefon in Sichtweite des Ortes, an dem Jacksons Leiche gefunden worden war. Dieses Mobiltelefon wurde der Polizei in Byron Bay übergeben; ob es sich dabei tatsächlich um Jacksons Gerät handelt, ist zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Beitrags [Januar 2026] noch nicht abschließend bestätigt.

Diebstahl aus dem Van

Jacksons Van wurde wahrscheinlich mehrmals von verschiedenen Personen durchsucht. Es wurden mehrere elektronische Geräte wie ein Laptop und eine Kamera gestohlen und etwa zwei Wochen vor dem Fund der Leiche verkauft. Die Personen, die diese Gegenstände entwendet hatten, bestritten jedoch, das Mobiltelefon mitgenommen zu haben. Und ihre Bewegungsdaten passten nicht zu den Mobilfunkdaten des Mobiltelefons von Jackson Stacker.

Die Familie sieht in den Bewegungen des Mobiltelefons einen entscheidenden Beweis dafür, dass Jackson zum Zeitpunkt seines Todes nicht allein war oder dass jemand sein Telefon entwendet und weggeschafft hat.

Zeuge meldet sich 

Ein Lkw-Fahrer meldete seine Beobachtung kurz vor Beginn der gerichtlichen Untersuchung im Februar 2024. Der Lkw-Fahrer kontaktierte nicht zuerst die Polizei, sondern wandte sich an Ian Stacker [Jacksons Vater], nachdem er durch Medienberichte [unter anderem Vorberichte zur Sendung 60 Minutes] wieder auf den Fall aufmerksam geworden war. Der Zeuge gab an, dass er seine Beobachtung ursprünglich bereits 2021 der Polizei melden wollte. Er behauptete jedoch, am Telefon von der Polizei abgewimmelt worden zu sein, mit der Begründung, man wisse bereits, was passiert sei [Suizid-Theorie]. Erst als er sah, dass die Familie öffentlich um Aufklärung kämpfte, suchte er den direkten Kontakt. 

Inhalt der Zeugenaussage

Der Fahrer gab an, dass er am 22. Juli 2021 [dem Tag, an dem Jackson letztmals lebend gesehen wurde] Jacksons weißen Toyota Hiace-Van auf dem M1 Pacific Highway fahren sah. Seine Beobachtung war deshalb so brisant, weil er den Eindruck hatte, dass Jackson nicht allein im Fahrzeug war. Er beschrieb eine Interaktion oder Bewegungen im Van, die auf eine zweite Person hindeuteten.
Diese Aussage war ein wesentlicher Grund dafür, dass die Familie die Theorie der Polizei [dass Jackson allein zum Rastplatz fuhr, um sich das Leben zu nehmen] massiv anzweifelte und eine gerichtliche Untersuchung [Inquest] erzwang.

War Jackson Stacker am 22. Juli 2021 nicht alleine im Van unterwegs? Und wenn ja, warum melden sich diese Personen nicht? Haben sie etwas mit dem Tod von Jackson Stacker zu tun?
Foto: Privat/60 Minutes 

Die Ermittlungsdefizite 

Wie bereits erwähnt, waren die Eltern von Jackson nicht mit der Untersuchung der zuständigen Polizeibehörde zufrieden. Sie nahmen sich deshalb einen Anwalt, der eine offizielle gerichtliche Untersuchung des Todes von Jackson Stacker beantragte. Das Gericht hat dieser Untersuchung stattgegeben. In dieser gerichtlichen Untersuchung 
wurden von den australischen Strafverfolgungsbehörden nachweislich mehrere Ermittlungsdefizite und mögliche Fehler in der Strafverfolgung bzw. Aufklärung aufgedeckt. Diese Ermittlungsdefizite und Fehler wurden im Rahmen einer offiziellen Inquest [gerichtlichen Untersuchung] öffentlich diskutiert und kritisiert. 

Wichtige Ermittlungs-Defizite bei der Stacker-Untersuchung:

1. Verzögerte bzw. unvollständige Spurensicherung

Wie bereits erwähnt, wurde der Van von Jackson Stacker auf dem Rastplatz "Sleepy Hollow Rest Area Northbound" in Yelgun [New South Wales] entdeckt. Der Rastplatz "Sleepy Hollow Rest Area Northbound" wurde nicht sofort systematisch nach forensischen Spuren durchsucht. Dies erfolgte erst Tage nachdem Jackson Stacker als vermisst gemeldet wurde. 
Sandra MacFarlane besuchte den Leichenfundort nachdem dieser und die nähere Umgebung [einschließlich des Rastplatzes] "systematisch" von den Ermittlern durchsucht worden war. Sie fand einen seiner Zähne unter einem Blatt. 
Aufgrund dieses Fundes wurde der Leichenfundort von der Polizei erneut durchsucht. 
Bei dieser Suche wurden weitere Zähne von drei kleinen Fingerknochen von Jackson Stacker gefunden. 

2. Fehlende DNA-Analysen und Beweissicherung

Die Ermittler sammelten keine DNA-Proben von relevanten Gegenständen, z. B. einem Vape-Gerät oder einem Ölbehälter im Van. 
Aufnahmen von Überwachungskameras aus Byron Bay wurden erst sehr spät [Ende September 2021] angefragt, sodass diese Aufnahmen nicht mehr verfügbar waren. 

3. Verzögerte bzw. verspätete Befragung von Zeugen

Zeugen und Personen aus Jackson Stackers Umfeld, 
die vielleicht wertvolle Hinweise gehabt hätten, wurden erst Wochen später von den Ermittlern offiziell befragt. 

4. Personalprobleme bei der Polizei

Zwei der drei ursprünglich beteiligten Polizeibeamten waren aufgrund von Krankheit oder anderen Gründen nicht mehr für den Rechtsmediziner und das Gericht zu sprechen gewesen.
Der dritte Beamte verließ die Polizei und konnte vor dem Gericht nicht aussagen. 

5. Unklare Einstufung und verspätete Neubewertung des Falls

Der Tod von Jackson Stacker wurde zunächst 
als "verdächtig" eingestuft, sondern man hatte sich bereits recht schnell auf die Möglichkeit eines Suizids festgelegt. 
Der Fall wurde erst später neu klassifiziert, was zu Fragen über die anfängliche Analyse und Ermittlungsrichtung führte. 

Hintergrund und laufende Untersuchung

Die gerichtliche Untersuchung (Coroner’s Inquest) versucht derzeit zu klären, ob Jackson Stacker sich selbst getötet hat, sein Tod durch einen Unfall verursacht wurde oder das Ergebnis eines Verbrechens war. Die Familie hat ausdrücklich Zweifel an einem Suizid geäußert und bemängelt verschiedene Lücken in der Ermittlung.

Das Ergebnis dieser Inquest [offizielle gerichtliche Untersuchung] wird entscheidend sein, um festzustellen, ob die Polizei- und Ermittlungsarbeit in diesem Fall tatsächlich fehlerhaft war oder ob strukturelle Defizite die Aufklärung behinderten. Diese gerichtliche Untersuchung ist aktuell noch nicht abgeschlossen. 

Die Theorien 

Die genauen Umstände von Jackson Stackers Tod sind weiterhin ungeklärt. Es gibt jedoch einige Theorien darüber, was mit ihm passiert sein könnte. Auf diese Theorien möchte ich nun kurz eingehen. 

1. Theorie "Selbstverletzung/ Suizid"

Hat Jackson Stacker sich selbst verletzt und getötet?

Die erste Annahme der Polizei war, dass der Messerstich durch Selbstverletzung erfolgt sei.
Dafür spricht, dass keine klaren Spuren von Fremdeinwirkung [z. B. Abwehrverletzungen oder Fremd-DNA] gefunden wurden. 
Laut der Polizei gibt es Hinweise, dass Jackson sich psychisch nicht gut gefühlt hat. Mehrere Zeugen haben dies bei der Polizei angegeben. 
Der Rechtsmediziner kann eine Selbstverletzung und einen Suizid nicht komplett ausschließen. 

Gegen eine Selbstverletzung und einen Suizid spricht, dass das Messer mit erheblicher Wucht eingesetzt werden musste. Dieser Einsatz von erheblicher Gewalt, spricht eher für eine Fremdeinwirkung als für einen Selbstmord. 
Jackson hatte noch Pläne für die Zukunft gemacht. Er hat noch in den Tagen vor seinem Tod und am 22. Juli 2021 nach Jobs gesucht. Auch seine anderen Online-Aktivitäten sprechen nicht für einen Suizid. Er hat sich noch verabredet. Auch wenn Jackson Stacker in der Vergangenheit psychische Probleme hatte, kam für ihn nie ein Suizid in Frage. Die Familie argumentiert, dass Jackson in der Vergangenheit nie suizidgefährdet war, so wie sein Verhalten im letzten Telefonat und seine Persönlichkeit.

2. Theorie "Fremdverschulden/ Gewalt durch Dritte"

Ist Jackson Stacker Opfer eines Gewaltverbrechens geworden?

Diese Möglichkeit muss in Betracht gezogen werden. Für die Möglichkeit eines Gewaltverbrechen sprechen der verwüstete und zerstörte Innenraum des Van und das Fehlen von Jackson Stackers Gegenständen. 
Die unklare Spurenlage und die mangelnde Befragung wichtiger Zeugen unterstützen Spekulationen über ein unentdecktes Gewaltverbrechen. 

3. Theorie "Unglück aufgrund von psychischen Problemen"

Ist Jackson Stacker aufgrund von psychischen Problemen verunglückt?

Wie bereits erwähnt, berichteten einige Freunde von Jackson, dass er in den letzten Wochen vor seinem Tod mit emotionalen Stress zu kämpfen hatte und möglicherweise aufgrund von seinem Drogenkonsum auch unter psychischen Problemen litt. Laut seinen Freunden gab es einen Vorfall vor seinem Tod, auf den ich bereits im Abschnitt "Vorfall" eingegangen bin. Eine verstärkte Verzweiflung kombiniert mit Erschöpfung oder psychischer Belastung könnte zu einer fatalen Situation geführt haben. Dann würde man aber nicht von einem Unfall, sondern von einem Suizid sprechen. Es gibt auch keine Hinweise, dass Jackson sich das Messer in einem "Unfallgeschehen" versehentlich in die Brust gerammt hat. Im Gegenteil, das wurde von den Rechtsmedizinern und forensischen Experten ausgeschlossen. 

Fazit:

Der Tod von Jackson Stacker bleibt ein tragisches und teilweise ungeklärtes Ereignis. Fakt ist, dass der Körper von Jackson Stacker mit einer tödlichen Messerverletzung [Stichwunde] in der Brust aufgefunden wurde, verbunden mit ungewöhnlichen Umständen und einer stark verwesten Leiche. Dies hat die forensische Klärung deutlich erschwert. Unklar bleibt jedoch, ob es sich bei Jackson Stackers Tod um einen Suizid [Selbstverschulden] oder ein Tötungsdelikt [Fremdverschulden] handelt. Die geltenden Beweise lassen keine eindeutige Schlussfolgerung zu. Bis heute konnten die zentralen Fragen des Falls nicht beantwortet werden. Unter welchen Umständen kam das Messer in die Brust von Jackson Stacker? Hat Jackson Stacker sich selbst das Messer in die Brust gerammt? Oder ist eine andere Person dafür verantwortlich?

Ich möchte auch meine persönliche Einschätzung zu dem Fall wiedergeben. Ich kann zwar einen Suizid aufgrund des forenischen Gutachtens der Rechtsmedizin nicht gänzlich ausschließen, aber für mich spricht mehr für ein Gewaltverbrechen als für einen Suizid. Im Fall von Jackson Stacker sprechen aus meiner Sicht mehrere Faktoren dagegen, den Tod vorschnell als Suizid einzuordnen. Stattdessen halte ich ein mögliches Gewaltverbrechen für ein realistisches und ernstzunehmendes Szenario, das in den Ermittlungen hätte stärker berücksichtigt werden müssen.

Zunächst fällt auf, dass keine eindeutigen Hinweise auf eine suizidale Absicht vorlagen. Es existieren weder Abschiedsbriefe noch belastbare Aussagen von engen Bezugspersonen, die auf konkrete Suizidpläne hindeuten. Im Gegenteil: Jackson befand sich mitten in einem Roadtrip, hatte Zukunftspläne und führte ein aktives, selbstbestimmtes Leben. Ein solcher Lebenskontext schließt Suizid zwar nicht aus, macht ihn jedoch erklärungsbedürftig.

Ein weiterer zentraler Punkt ist die Auffindesituation. Jacksons Leichnam wurde nicht in unmittelbarer Nähe seines Vans gefunden, sondern in einem schwer zugänglichen, bewaldeten Gebiet. Und diese räumliche Trennung wirft mehrere Fragen auf: 
Warum hätte er diesen Ort gezielt aufsuchen sollen?
Und wie plausibel ist es, dass er sich allein, unbeobachtet und ohne klare Vorbereitung dorthin begab?

Hinzu kommen erhebliche Ermittlungsdefizite, die eine klare Rekonstruktion der Ereignisse bis heute deutlich erschweren. Der Fundort wurde nicht sofort umfassend forensisch gesichert, relevante
Gegenstände im Van nicht zeitnah auf DNA oder Fremdspuren untersucht, und potenziell entscheidende Aufnahmen von Überwachungskameras gingen verloren, weil sie zu spät angefordert wurde. Solche Versäumnisse sind besonders problematisch, wenn die Möglichkeit eines Fremdverschuldens im Raum steht.
Auch das Umfeld von Byron Bay darf nicht ausgeblendet werden. Die Region ist zwar touristisch geprägt, weist aber zugleich eine dokumentierte Drogen- und Partyszene auf. Jackson hielt sich in diesem Umfeld auf, hatte Kontakt zu verschiedenen Personen, und es ist bis heute unklar, mit wem er in den letzten Stunden und Tagen tatsächlich zusammen war. Fehlende oder verspätete Zeugenbefragungen verstärken diesen blinden Fleck erheblich. 

Nicht zuletzt erscheint mir die frühe Festlegung auf eine nicht-kriminelle Todesursache als doch sehr problematisch. Sobald Ermittlungen in eine bestimmte Richtung gelenkt werden, besteht die Gefahr, dass alternative Szenarien – insbesondere ein Gewaltverbrechen – nicht mit der nötigen Konsequenz verfolgt werden. Gerade bei ungeklärten Todesfällen sollte jedoch ergebnisoffen ermittelt werden. 

Zusammenfassend ergibt sich für mich kein schlüssiges Gesamtbild, das einen Suizid eindeutig erklärt. Stattdessen bleiben zahlreiche offene Fragen, Unstimmigkeiten und Ermittlungslücken bestehen. Solange diese nicht überzeugend beantwortet sind, halte ich es für gerechtfertigt – und notwendig, ein Gewaltverbrechen als mögliche Todesursache ernsthaft in Betracht zu ziehen. Dies ist aber nur meine ganz persönliche Meinung. Ihr könnt natürlich zu einem anderen Ergebnis kommen. Und wie bereits gesagt, ich schließe einen Suizid nicht komplett aus.

Ich möchte auch noch etwas zu Jacksons "Freunden" sagen, die regelmäßig mit Jackson in Byron Bay unterwegs waren. Obwohl Jackson als charismatisch und freundlich beschrieben wurde, waren viele seiner Kontakte in Byron Bay relativ neu oder oberflächlich. Ich würde diese Leute auch nicht als Freunde, sondern als Zweckgemeinschaft bezeichnen. Sie haben Jackson wohl teilweise ausgenutzt. Dies hat Jackson auch selbst gesagt. 
Es gab beispielsweise eine Gruppe [inklusive Jackson], die sich regelmäßig am Main Beach getroffen und Drogen konsumiert hat. Es gab keine festen Strukturen oder Verpflichtungen, deshalb hat sich auch niemand aus dieser Gruppe Gedanken gemacht, als Jackson plötzlich nicht mehr mit seinem Van am Main Beach aufgetaucht ist. Sie glaubten, dass er einfach weitergezogen sei.
Es gab aber auch Leute, mit denen Jackson sehr viel Zeit in Byron Bay verbracht hat. Es ist schon sehr seltsam, dass keiner seiner Byron-Bay-Freunde
zwischen dem 22. Juli [letztes Lebenszeichen] und dem 23. August [Fund des Vans durch eine Fremde] den Versuch unternahm, ihn anzurufen oder ihm eine Nachricht zu schicken und nach seinem Verbleib zu fragen. Ich kann nachvollziehen, warum dieses Desinteresse von Jacksons Eltern als "höchst verdächtig" eingestuft wird. Ich finde es auch seltsam, dass es keinen Kontaktversuch seiner Byron Bay-Bekannten in dem Zeitraum vom 22. Juli 2021 bis zum 23. August 2021 gab. 

Ich hoffe, dass die zentralen Fragen des Falls irgendwann doch noch beantwortet werden können. Jacksons Geschichte bleibt ein eindringliches Zeugnis für die Verletzlichkeit des Lebens am Rande der Gesellschaft und die anhaltenden Auswirkungen unbeantworteter Fragen.

Das hypothetische Täterprofil

Ich habe ein hypothetisches Täterprofil zu dem Fall angelegt, damit man die Fälle der neuen Serie und mögliche Tätertypen später besser miteinander vergleichen kann. Ich bin bei der Erstellung des Täterprofils davon ausgegangen, dass es sich im Fall Jackson Stacker um ein Tötungsdelikt handelt. 
Ich bin keine forensische Psychologin, aber ich beschäftige mich mit der Psyche der Täter und Täterprofilen im Privaten schon seit mehreren Jahren. Meine persönliche Einschätzung muss deshalb nicht zwingend richtig sein.

Möglicher Tätertyp im Fall Jackson Stacker [hypothetisches Täterprofil]

Tätertyp "Gelegenheits- bzw. Situations­täter"

Der wahrscheinlichste Tätertyp ist aus kriminalistischer Sicht ein Gelegenheits- oder Situations­täter. Das bedeutet, dass die Tat nicht langfristig geplant war, sondern sie entwickelte sich spontan aus einer konkreten Situation heraus – etwa einem Streit, einem Drogengeschäft, einer Eskalation oder einem Kontrollverlust.
Solche Täter agieren häufig impulsiv und reagieren auf äußere Umstände statt auf lange vorbereitete Fantasien.

Beziehung zum Opfer

Der Täter [Gelegenheits- und Situations­täter]
kannte Jackson Stacker wahrscheinlich nur flüchtig oder kurzfristig. Es gab somit eine Vorbeziehung zwischen Täter und Opfer. Möglicherweise ist der Kontakt über die Partyszene, gemeinsame Bekannte oder durch Kontakte im Drogenumfeld entstanden. Der Täter könnte Jackson Stacker auch ganz spontan beim Nachtleben, am Strand, beim Camping oder an einem anderen Ort kennengelernt haben. 
Eine enge emotionale Verbindung zwischen Täter und Opfer gilt als eher unwahrscheinlich, weil es bisher keine Hinweise gibt, die eine enge Verbindung zwischen Täter und Opfer belegen. 

Das Tatmotiv [wahrscheinlichste Szenarien]

Die genaue Motivation des Täters [Gelegenheits- und Situations­täter] für die Tötung von Jackson lässt sich nicht eindeutig festlegen. Es kommen insbesondere ein Konflikt, die Eskalation eines Streites, ein Missverständnis oder Provokation unter Alkohol- oder Drogeneinfluss, Drogen- oder Beschaffungskriminalität, ein Streit um Geld/Substanzen/Schulden, Macht- und Kontrollverhalten insbesondere bei einer körperlichen Auseinandersetzung oder eine Verdeckungstat als Motivation für die Tötung in Frage. Es könnte auch sein, dass die Tötung nicht mit Tötungsabsicht erfolgte, aber anschließend vertuscht wurde.
Ein sexuelles Tatmotiv erscheint anhand der bekannten Informationen weniger wahrscheinlich, kann aber nicht vollständig ausgeschlossen werden.

Täterverhalten nach der Tat

Für diesen Tätertyp [Gelegenheits- und Situations­täter] wäre typisch eine Panikreaktion nach der Tat. Der Täter könnte versucht haben, den Tod von Jackson Stacker als Unfall oder Suizid erscheinen zu lassen. Der Täter könnte auch versucht haben, den Fall als ein ungeklärtes Verschwinden von Jackson Stacker aussehen zu lassen, indem er die Leiche von Jackson zu einem abgelegenen Ort gebracht und dort abgelegt hat. 
Der Täter hat nicht versucht, die Spuren professionell zu beseitigen. Der Täter handelte völlig opportunistisch. Er nutzte die Dunkelheit, das Gelände und die Abgeschiedenheit. 
Die Tatsache, dass der Körper in einem schwer zugänglichen Gebiet gefunden wurde, spricht für einen Täter, der Ortskenntnisse oder Kenntnisse von einer Örtlichkeit hatte, wo die Leiche nicht so schnell gefunden wird. 

Die Täterpersönlichkeit [wahrscheinliche Merkmale]
  • Bei dem Täter in Jackson Stackers Fall handelt es sich um einen Mann im Alter zwischen 20 und 40 Jahren [zum Tatzeitpunkt]. 
  • Der Täter ist vertraut mit der Region Byron Bay. Er könnte ein Ortskundiger oder ein Durchreisender sein.
  • Der Täter ist impulsiv und hat vermutlich eine geringe Frustrationstoleranz.
  • Er ist möglicherweise vorbestraft, hat Erfahrungen mit Drogen.
  • Der Täter ist möglicherweise Teil einer Subkultur oder einer Randgruppe.
  • Er ist eher nicht hochintelligent oder strategisch, sondern er handelt reaktiv. 

Warum kein typischer Beziehungstäter?

Ich gehe nicht davon aus, dass es sich bei dem Täter um einen typischen Beziehungstäter handelt. Die Gründe dafür sind, dass es keine Hinweise auf Partnerschaftskonflikte gibt. Es ist nichts davon bekannt, dass Jackson Stacker mit einer Person Ärger oder einen länger andauerten Streit hatte. Es gibt kein klassisches Eifersuchts- oder Besitzmotiv.

Vieles spricht gegen einen Täter aus dem persönlichen Umfeld von Jackson Stacker. 

Kriminalistische Gesamtbewertung

Das Täterprofil deutet nicht auf einen klassischen Serientäter, sondern auf einen einmaligen oder seltenen Gewalttäter, dessen Tat aus einer spezifischen Situation heraus entstand. Genau dieser Tätertyp wird häufig übersehen, wenn ein Todesfall frühzeitig als Suizid oder Unfall eingeordnet wird. 

Die Nachwirkungen 

Die Familie von Jackson Stacker kämpft auch fast fünf Jahre nach der Tat um Aufklärung. Sie möchten verständlicherweise einfach wissen, was genau mit Jackson passiert ist und wer oder was für seinen Tod verantwortlich ist. Die Angehörigen betonen immer wieder, dass Jackson sich nicht selbst getötet hat. Die Familie kämpft weiterhin öffentlich um Gerechtigkeit, da sie die Theorie eines Suizids aufgrund der brutalen Fundumstände [Jagdmesser in der Brust] strikt ablehnt. 

Die Eltern von Jackson Stacker möchten wissen, was genau mit ihrem Sohn passiert ist und wer für seinen Tod verantwortlich ist. 
Foto: Google 

Aktuelle Einstufung des Falls 

Mittlerweile wird der Tod von Jackson Stacker von den australischen Strafverfolgungsbehörden verdächtig eingestuft. Die gerichtliche Untersuchung ist noch nicht abgeschlossen. Auch die Polizei hat die Ermittlungen weder eingestellt noch abgeschlossen. Die Ermittlungen dauern bis heute an. 

Fragen an Zeugen:
  1. Wer hatte vor dem 22. Juli 2021 Kontakt zu Jackson Stacker?
  2. Wer hat Jackson Stacker am 22. Juli 2021 gesehen oder gesprochen? Wie war an diesem Tag seine psychische Verfassung?
  3. Wer hat Jackson Stacker am 22. Juli 2021 allein oder in Begleitung gesehen?
  4. Wer weiß, warum Jackson Stacker mit seinem Van Toyota Hiace zum Rastplatz Sleepy Hollow Rest Area [Northbound] in Yelgun am M1 Pacific Highway gefahren und dort geblieben ist?
  5. Wer hat sich am 22. Juli 2021 ebenfalls auf dem Rastplatz Sleepy Hollow Rest Area [Northbound] in Yelgun aufgehalten und hat verdächtige Personen oder Aktivitäten wahrgenommen?
  6. Wer hat den weißen Van Toyota Hiace an der Sleepy Hollow Rest Area [Northbound] zwischen dem 22. Juli und dem 23. August 2021 stehen gesehen und waren Personen am oder im Fahrzeug? 
  7. Wer kann etwas zu dem Jagdmesser sagen? Wer hat es bei Jackson Stacker oder bei einer Person aus seinem Byron-Bay-Umfeld gesehen?
  8. Bei wem wurde vor dem 22. Juli 2021 so ein Jagdmesser in Byron Bay/Tweed verkauft?
  9. Wer weiß, ob Jackson Stacker mit irgendwelchen Personen aus seinem Byron-Bay-Umfeld Ärger oder Streitigkeiten hatte?
  10. Wer kennt die genauen Umstände und Hintergründe des Todes von Jackson Stacker?
  11. Wer weiß, wer oder was für den Tod von Jackson Stacker verantwortlich gewesen sein könnte?
  12. Wer hat Jackson Stackers persönliche Gegenstände [Laptop und Digitalkamera] etwa zwei Wochen nach dem Tod von Jackson Stacker erworben? Es geht nicht um rechtliche Konsequenzen aufgrund des Kaufs, sondern auf diesen technischen Gegenständen könnten möglicherweise wichtige Spuren/Beweise sein.
  13. Wer weiß, wer nach dem 22. Juli 2021 in Besitz von Jackson Stackers Mobiltelefon [Samsung] war und sich in der Gegend um Grafton und später wieder in Byron Bay aufgehalten hat?
  14. Wer hat andere Beobachtungen oder Wahrnehmungen gemacht, die mit dem Verschwinden und Tod von Jackson Stacker in Zusammenhang stehen könnten?
  15. Wer hat sonstige Informationen zu diesem Fall?

Wer Informationen zum Fall Jackson Stacker hat, kann sich an folgende Stellen und Personen wenden:

Crime Stoppers NSW: 

Dies ist der zentrale Weg für anonyme Hinweise.
Telefon: 1800 333 000 [innerhalb Australiens].

Tweed-Byron Police District: 

Die lokale Polizeidienststelle, die für das Gebiet (Yelgun/Byron Bay) zuständig ist.
Telefon: +61 2 6685 9499 [Station Byron Bay] oder +61 7 5506 9499 [Station Tweed Heads].
Police Assistance Line: Für nicht dringende Informationen oder allgemeine Anfragen.
Telefon: 131 444 [innerhalb Australiens]. 

Kontakt zur Familie:

Jacksons Vater, Ian Stacker, ist sehr aktiv in der Suche nach Antworten und hat in der Vergangenheit öffentlich dazu aufgerufen, Informationen auch direkt an ihn zu senden, falls Zeugen der Polizei misstrauen: 
E-Mail: iandstacker@gmail.com. 






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