JOHN UND JANE DOE DES MONATS: Tötungsdelikt z. N. von Yamanakako Jane Doe (2004)
Der Mord an Yamanakako Jane Doe
Wer ist für den Tod von Yamanakako Jane Doe verantwortlich?
Ich muss immer wieder erstaunt feststellen, dass viele meiner Leser auch aus Japan kommen. Ich möchte im Monat Januar besonders auf einen ungelösten Mordfall aus Japan aufmerksam machen, bei dem auch das Opfer bis heute nicht identifiziert werden konnte. Ich habe mich deshalb bewusst entschieden, diesen Fall in dem Format "John und Jane Doe des Monats" vorzustellen. Im heutigen Beitrag geht es um einen japanischen Cold Case aus dem Jahr 2004. Der Fall ereignete sich im Gebiet der Fuji Five Lakes in Yamanakako, Präfektur Yamanashi, Japan. Bis heute konnten weder das Mordopfer noch der Mörder identifiziert werden.
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| Gesichtsrekonstruktion von Yamanakako Jane Doe. Wer kann Yamanakako Jane Doe oder ihren Mörder identifizieren? Foto: Polizei |
Die Entdeckung
Am 8. April 2004 gegen 14.40 Uhr machten Bauarbeiter in der Higashi-Fujigoko-Straße, in der Nähe von Yamanakako in der Präfektur Yamanashi, eine schreckliche Entdeckung. Sie entdeckten am Hang eines Hügels neben der Higashi-Fujigoko-Straße eine Plastiktüte mit sterblichen Überreste eines Menschen. Die Bauarbeiter alarmierten die Präfekturpolizei Yamanashi.
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| Die Leichenteile von Yamanakako Jane Doe wurden entlang der Higashi-Fujigoko-Straße in der Nähe von Yamanakako in der Präfektur Yamanashi entdeckt. Foto: Google Maps |
Polizei erreichte Leichenfundort
Schon kurze Zeit später, nachdem die Bauarbeiter den Fund den Behörden gemeldet hatten, erreichte die Polizei den Leichenfundort. Die Ermittler schauten sich den Fund an und bestätigten, dass es sich tatsächlich um menschliche Überreste handelte. Die Ermittler stellten fest, dass sich in der Plastiktüte der Kopf und die Arme eines Menschen befinden. Zu diesem Zeitpunkt konnte man noch nichts über das Geschlecht sagen, aber es wurde vermutet, dass es sich um eine Frau handeln könnte. Die sterblichen Überreste wurden für weitere Untersuchungen in das Rechtsmedizinische Institut gebracht.
Die Suchmaßnahmen
Am nächsten Tag [9. April 2004] wurde die gesamte Umgebung rund um den Leichenfundort an der Higashi-Fujigoko-Straße [in der Nähe von Yamanakako in der Präfektur Yamanashi] von einer Gruppe von 50 Polizeibeamten und Ermittler in einer großen Suchaktion abgesucht. Und die Suchmaßnahmen waren erfolgreich, denn die Ermittler fanden weitere Leichenteile. Es wurden Beinknochen und der Rumpf gefunden. Zu diesem Zeitpunkt war noch unklar, ob die Leichenteile zum selben Individuum gehörten. Deshalb wurden die Leichenteile für weitere Untersuchungen in das Rechtsmedizinische Institut gebracht.
Der Leichenfundort
Der Leichenfundort befand sich an der Higashi-Fujigoko-Straße in der Nähe von Yamanakako, in der Präfektur Yamanashi. Yamanakako ist ein Dorf in der Präfektur Yamanashi. Yamanakako liegt in der äußersten südöstlichen Ecke der Präfektur Yamanashi und umgibt den Yamanaka-See. Ein Großteil des Dorfgebiets besteht aus geschütztem Wald, der sich bis zum Fuß des Berges Fuji erstreckt, der auch von vielen Orten aus sichtbar ist. Der Fundort liegt im Gebiet der Fuji Five Lakes.
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| Der Leichenfundort befand sich an der Higashi-Fujigoko-Straße [E68] in der Nähe von Yamanakako in der Präfektur Yamanashi. Foto: Google Maps |
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| Der Yamanakako-See in der Präfektur Yamanashi befindet sich in der Nähe des Leichenfundortes. Foto: Google |
Die Obduktion
Bei der Obduktion durch den zuständigen Rechtsmediziner konnte festgestellt werden, dass die sterblichen Überreste zu einer Person gehören.
Außerdem stellte der Rechtsmediziner fest, dass die Leichenteile zu einem weiblichen Individuum gehörten und der Täter die Leiche in sechs Teile zerlegt hat. Es konnten keine genauen Angaben zum Todeszeitpunkt gemacht werden, aber laut dem Rechtsmediziner zufolge war die Frau bereits seit mehreren Monaten tot. Allgemein waren die Leichenteile aufgrund der langen Liegezeit [Verwesung] in keinem guten Zustand, was die Untersuchung erschwert hat. Die genaue Todesursache konnte deshalb auch nicht mehr bestimmt werden, aber der Tod von Yamanakako Jane Doe wurde als Mord eingestuft.
Was ist noch über Yamanakako Jane Doe bekannt?
- Yamanakako Jane Doe wurde am 8. April 2004 an der Higashi-Fujigoko-Straße in der Nähe von Yamanakako, in der Präfektur Yamanashi, entdeckt.
- Sie war zwischen 1,50 und 1,56 m groß.
- Yamanakako Jane Doe war zum Zeitpunkt ihres Todes zwischen 40 und 55 Jahren alt. [Anm. Bei der ersten Untersuchung hatte man ihr Alter noch zwischen 35 und 65 Jahren angegeben. Durch weitere Untersuchungen konnte das Alter dann neu bestimmt werden.]
- Sie ist von asiatischer Abstammung.
- Yamanakako Jane Doe war möglicherweise keine Japanerin, sondern stammte vermutlich aus einem anderen asiatischen Land wie China, Thailand, den Philippinen, Südkorea oder Nordkorea.
- Sie hatte die Blutgruppe O.
- Beide Ohren waren durchbohrt.
- Sie hatte ein 4 Millimeter langes Muttermal rechts auf ihrer Stirn in der Nähe ihres Haaransatzes.
- Yamanakako Jane Doe hatte zum Zeitpunkt ihres Todes schulterlanges dunkles Haar mit braunen Spitzen. Das Haar war teilweise nach hinten gebunden.
- Von den 22 verbliebenen Zähnen weisen 15 Behandlungsspuren auf. Sie ging häufig zum Zahnarzt. Insgesamt sechs Zähne wurden mit Porzellan behandelt. Diese zahnärztliche Behandlungsart wurde und wird nicht von der Versicherung übernommen. Der Patient muss die Kosten der Behandlung selber tragen. Die Zahnärztliche Behandlung von Yamanakako Jane Doe betrug ungefähr zwischen 500.000 und 600.000 Yen [umgerechnet zwischen 3.130 und 3.756 Euro].
- Auf der rechten Seite des Unterkiefers hatte Jane Doe fünf Brücken bzw. Kronen. [Anm. Solche Arbeiten wurden bereits vor über 15 Jahren vor der Entdeckung von Jane Doe praktiziert und später durch eine andere Methode ersetzt. Die forensischen Zahnmediziner glauben nicht, dass diese Arbeiten nicht in Japan durchgeführt wurden. Sie vermuten, dass diese "alte japanische Behandlungsart" irgendwo anders in Asien durchgeführt wurde, wie zum Beispiel in China oder Südkorea, die weiterhin die alte japanische Behandlungsart praktizieren. Diese Ansicht ist jedoch nicht die ganze Geschichte, da es in Japan einige Orte gibt, an denen immer noch 5-Brücken-Methode praktiziert werden.]
- Es gibt Hinweise auf eine chirurgische Behandlung eines Empyems an ihren Zähnen.
- Die Vorderzähne von Yamanakako Jane Doe waren leicht nach vorne geschoben.
- Hinter den Vorderzähnen von Yamanakako Jane Doe befand sich eine große Menge von Teer. Das bedeutet, dass Jane Doe zu Lebzeiten eine starke Raucherin war.
- Auch ihre allgemeine Mundhygiene war mangelhaft.
- Darüber hinaus hatten 5 Zähnen von Jane Doe eine Parodontitis.
- Es fehlen mehrere Backenzähne oben links.
- Yamanakako Jane Doe war zuletzt mit einem
- ärmellosen gestrickten rosa Rollkragenpullover, einer dunkelblauen Jeans der Marke "Lee", mit einem Taillenumfang von 72 Zentimetern bekleidet gewesen.
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| Gesichtsrekonstruktion von Yamanakako Jane Doe. Besonders charakteristisch ist das Muttermal auf der Stirn. Foto: Polizei |
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| Das ist das Zahnschema von Yamanakako Jane Doe. Foto: Polizei |
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| Das ist das Zahnschema in Frontalansicht von Yamanakako Jane Doe. Foto: Polizei |
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| Das ist das Zahnschema von Yamanakako Jane Doe. Foto: Polizei |
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| Das ist der rosafarbene Rollkragenpullover [ärmellos] von Yamanakako Jane Doe. Diesen Pullover trug Jane Doe zum Zeitpunkt ihres Todes. Foto: Polizei |
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| Das ist die blaue Jeans von Yamanakako Jane Doe, die sie zum Zeitpunkt ihres Todes getragen hat. Foto: Polizei |
Die Ermittlungen
Die Präfekturpolizei Yamanashi hat in der Polizeistation Fujiyoshida ein Ermittlungshauptquartier eingerichtet, um den Fall der der unbekannten Toten [Yamanakako Jane Doe] zu untersuchen. Die Ermittler überprüften als erstes alle Vermisstenfällen aus der Region, in der Hoffnung Jane Doe identifizieren zu können.
Die Überprüfung ergab jedoch keine Übereinstimmung mit einer der vermissten Frauen aus der Region. Anschließend wurden auch die Vermisstenfälle aus der gesamten Präfektur Yamanashi überprüft, aber auch hier gab es keine Übereinstimmung. Die Ermittler wollten nichts unversucht lassen, um Yamanakako Jane Doe zu identifizieren. Sie haben die gesamten Vermisstenfälle aus ganz Japan überprüft, aber auch dies brachte die Ermittler nicht weiter. Niemand hatte Yamanakako Jane Doe als vermisst gemeldet. Die Strafverfolgungsbehörden gingen auch mit dem Fall an die Öffentlichkeit und verteilten Flugblätter in mehreren Sprachen über den Fall in der gesamten Präfektur Yamanashi, aber auch das brachte die Ermittler keinen Schritt weiter.
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| Mit diesem Flugblatt ging die Polizei an die Öffentlichkeit. Foto: Polizei |
Ermittlungen wurden eingestellt
Schon kurze Zeit später wurden die Ermittlungen in dem Fall eingestellt, da die Behörden keine neuen Hinweise auf die Identität von Yamanakako Jane Doe erhielten. Außerdem hatten die Ermittler einfach keine neuen Ermittlungsansätze und der Fall wurde kalt. Obwohl die Polizei Yamanashi den Fall nicht mehr aktiv untersuchte, wurde auf der Homepage der Polizei Yamanashi weiterhin auf den Fall aufmerksam gemacht und die Öffentlichkeit um Mithilfe gebeten.
Japanische Fernsehsendung "SOS File" machte auf Fall aufmerksam
Irgendwann im Jahr 2007 brachte eine japanische Fernsehsendung namens "SOS File" den Fall von Yamanakako Jane Doe mit dem Fall einer vermissten Kellnerin aus einem Wirtshaus in Yamanashi in Verbindung, die etwa zu dem Zeitpunkt verschwunden war, als die Verstorbene vermutlich getötet wurde. Ein Zeuge hatte sich nach der Ausstrahlung der Sendung gemeldet und auf eine mögliche Verbindung zwischen den beiden Fällen aufmerksam gemacht.
Der Fall der vermissten Kellnerin wurde untersucht, obwohl der Informant, der die Spur geliefert hatte, sich nicht erinnern konnte, wo genau in der Präfektur Yamanashi sich das Wirtshaus befunden hatte. Der Name dieser Kellnerin wurde nie veröffentlicht. Die Behörden haben eine Verbindung zwischen Yamanakako Jane Doe und der vermissten Kellnerin. Seitdem gibt es keine Bewegungen mehr in dem Fall und die Identität von Yamanakako Jane Doe und die Umstände ihres Todes sind weiterhin unbekannt.
Aktuelle Einstufung des Falls
Der Tod von Yamanakako Jane Doe wurde als Mord eingestuft. Aktuell wird nicht aktiv in dem Fall ermittelt, aber der Fall wird weiterhin auf der Homepage der Polizei Yamanashi präsentiert. Die Polizei ist weiterhin auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen, um neue Ermittlungen anzustoßen. Jeder Hinweis könnte wichtig sein. Zur Identifizierung stehen die DNA und das Zahnschema von Yamanakako Jane Doe zur Verfügung.
Fragen der Ermittler:
- Wer hat Yamanakako Jane Doe schon einmal irgendwo gesehen oder auch mit ihr gesprochen?
- Wer kann Yamanakako Jane Doe identifizieren?
- Wer hat einige Monate vor der Entdeckung von Yamanakako Jane Doe [8. April 2004] an der Higashi-Fujigoko-Straße in der Nähe von Yamanakako in der Präfektur Yamanashi eine verdächtige Person oder ein verdächtiges Fahrzeug beobachtet?
- Wer weiß, wer für den Tod von Yamanakako Jane Doe verantwortlich ist?
- Wer kennt die genauen Umstände und Hintergründe ihres Todes?
- Wer hat andere Beobachtungen gemacht, die mit dem Tod von Yamanakako Jane Doe in Zusammenhang stehen könnten?
- Wer hat sonstige Informationen zu diesem Fall?
Wer Informationen über den Fall von Yamanakako Jane Doe hat, wird gebeten, sich mit den zuständigen Ermittlern unter der kostenlosen Rufnummer der Ermittlungszentrale [Vorwahl Japan]+0120-889-581 in Verbindung zu setzen.
Hinweise können auch bei der Fujiyoshida-Polizeistation unter der Rufnummer +0555-22-0110 oder per E-Mail abgegeben werden.
Die Polizei sichert den Hinweisgebern Diskretion und Vertraulichkeit zu. Hinweisgeber können auch komplett anonym bleiben.



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