COLD CASE DES MONATS: Tötungsdelikt z. N. von Amber Alyssa Tuccaro (2010)

Der Mord an Amber Alyssa Tuccaro

Wer tötete Amber Alyssa Tuccaro?

Der Monat August hat schon begonnen und ich bin diesen Monat mit dem "Cold Case des Monats" etwas später dran als gewohnt. Das liegt daran, das ich einen langen Vorlauf für den Fall hatte, viel nachlesen und übersetzen musste und ich auch viel Mail Kontakt mit der Familie von Amber hatte, um wichtige Details zu besprechen und dies zog sich etwas in die Länge. Bitte, seid nicht böse auf mich, das ich mich diesmal etwas verspätet habe, aber es ging leider nicht anders. Aber jetzt zu Amber Tuccaros Fall.

Amber Alyssa Tuccaro wurde am 3. Januar 1990 in Nord-Alberta, Kanada, geboren. Als Baby wurde Amber Alyssa Tuccaro von dem Ehepaar Andrew und Vivian „Tootsie“ Tuccaro adoptiert. Amber Alyssa Tuccaro wurde in eine Familie aufgenommen, zu der bereits vier ältere Brüder gehörten. Die Familie, die Mitglieder der Mikisew Cree First Nation* 
sind, lebten erst in Fort Chipewyan und später zog die Familie nach Fort McMurray.

*(Anm. Die Cree sind ein indigenes Volk der Indianer Nordamerikas. Ihr Stammesgebiet erstreckt sich von den Rocky Mountains bis zum Atlantischen Ozean über Teile der Vereinigten Staaten und Kanadas. Die Mikisew Cree First Nation, gehören zum größten indigenen Stamm Kanadas.)

Als Amber Alyssa Tuccaro aufwuchs, wurde Amber als der Augapfel ihrer Mutter beschrieben und Amber war dafür bekannt das sie die Familie, durch ihre freundliche und lebhafte Art, sehr bereicherte. Ihr Bruder Paul Tuccaro erinnerte sich, dass er seine Adoptivschwester sehr beschützt hatte. Sie war eine lebhafte junge Frau mit großen Träumen, und sie brachte die Menschen in ihrer Umgebung immer zum Lachen. 
Amber liebte es zu singen und zu tanzen, aber laut den Pflegeeltern war sie leider nicht so gut, wie Amber dachte. Als Amber dann Eltern einmal sagte, sie wäre eines Tages ein großer Star werden,  mussten die Eltern darüber lachen. Aber Amber machte sich nichts draus, sie lachte mit und sagte dann nochmals, ihr werdet noch sehen, das ich später ein Star werde.
 
Seit 2010 ist der Mord an Amber ungelöst.
Foto: Polizei

Im Jahr 2010 war die 20-jährige Amber Mutter eines 14 Monate alten Sohnes.
Ihren Sohn nanbte Amber Jacob. Amber ging in ihrer Rolle als Mutter voll auf. Jacob wurde von seiner jungen Mutter verehrt, die die Verantwortung für ihn sehr ernst nahm. Sie teilte ihm ihre Liebe zu Musik und Tanz mit und sang ihm oft Johnny Cashs "You Are My Sunshine" vor.

Amber hatte den Traum, eine eigene Wohnung zu finden und Jacob ein gutes Leben zu ermöglichen. Es erwies sich jedoch als schwierig, in Fort McMurray ein Wohnung zu finden. Amber lebte mir Jacob dreimal im Unity House, einer Organisation, die Menschen Ressourcen bietet, damit sie mit Zeit und Unterstüztung einen guten und bezahlbaren  Wohnraum finden können. Der Übergang erwies sich für Amber als sehr schwierig. Amber bat ihre Mutter jedes Mal, sie abzuholen und zum Haus der Familie zurückzubringen.

Im Unity House lernte Amber dann auch eine
Frau kennen, mit der sie sich ganz gut verstand.

Das Verschwinden

Am 17. August 2010 kam die Frau, die Amber im Unity House kennengelernt hatte, zu der Tuccaro-Residenz und lud die junge Mutter ein, mit ihr von Fort McMurray nach Edmonton zu fliegen. Während die Frau die Flugtickets buchte, teilte Vivian ( Ambers Mutter) Amber ihre Vorbehalte mit, die sie bezüglich der spontanen Reise hatte. Amber spielte die Sorgen ihrer Mutter herunter und sagte, dass sie nur zwei Tage weg sein würde und die beiden Frauen machten sich dann zusammen mit Jacob auf den Weg nach Süden.

Um Geld zu sparen, buchten die beiden ein Motelzimmer im nahe gelegenen Nisku, Alberta. Der Ort war für seine günstigen Hotelpreise bekannt, im Vergleich zur Hauptstadt der Provinz. Sie checkten im Nisku Place Motel ein, das sich in der Nähe des internationalen Flughafens von Edmonton befand und planten später nach Edmonton zu reisen.

Am 18. August 2010 zwischen 19:30 Uhr und 20:30 Uhr, verließ Amber Alyssa Tuccaro das Motel und ließ ihren Sohn Jacob in Obhut ihrer Reisebegleiterin.
Die Quellen unterscheiden sich hinsichtlich des Grundes dafür. 
In einigen Quellen heißt es, das Amber das Hotel verließ, um Lebensmittel zu kaufen. Andere Quellen sagen das Amber sehr aufgeregt war endlich  Edmonton zu besuchen und deshalb früher wie geplant dort hin fahren wollte. 
Was aber bestätigt wurde,  dass Amber per Anhalter fuhr, bevor sie in das Fahrzeug eines unbekannten Mannes stieg. Per Anhalter zu fahren war etwas, worüber Vivan immer mit ihrer Tochter Amber gesprochen hatte. Sie hatte ihr mehrfach gesagt, sie solle vorgeben mit jemandem telefonieren, auch wenn niemand anderes in der Leitung war, einfach zur Vorsichtsmaßnahme und zu ihrer Sicherheit.

Als Amber am 19. August 2010 nicht in das Motelzimmer zurückkehrte, kontaktierte die Frau, mit der sie gereist war, Ambers Mutter Vivian. Da es für ihre Tochter untypisch war, nicht in Kontakt zu sein, war sie sofort alarmiert und kontaktierte den RCMP. (Anm. RCMP=Royal Canadian Mounted Police)
Der Beamte sagte Vivian, dass Amber wahrscheinlich feiern würde und sich bald melden würde und das erst nach 24 Stunden eine Meldung über vermisste Personen eingereicht werden könnte. Die Antwort, die sie erhielt, war beunruhigend und Vivian war damit nicht einverstanden, da sie wusste, dass ihre Tochter Jacob niemals zurückgelassen hätte, besonders bei jemandem, den sie kaum kannte.

Die Ermittlungen und die Entdeckung

Die Frau, mit der Amber zusammen reiste, kann aufgrund der laufenden Ermittlungen nicht genannt werden.

Am 28. August 2010 empfahl ein RCMP-Polizist, den Fall abzuschließen und Amber aus der nationalen Datenbank für vermisste Personen zu entfernen, nachdem Berichte über potenzielle Sichtungen und Aktivitäten in sozialen Medien eingegangen waren. Es heißt, der Beamte habe keine Schritte unternommen, um die Richtigkeit dieser Berichte zu überprüfen. Einige Tage später folgte ein Medienbeauftragter von Leduc RCMP, der einer lokalen Zeitung sagte, es gebe keinen Grund zu der Annahme, dass Amber Alyssa Tuccaro in Gefahr sei. Er behauptete auch, das Amber in Edmonton sei. Die Richtigkeit der Behauptung wurde von der Civilian Review and Complaints Commission für den RCMP überprüft.

Zu Beginn der Ermittlungen traf der RCMP tatsächlich die Entscheidung, Amber aus der Datenbank für vermisste Personen zu entfernen. Diese Entscheidung wurde von ihrer Familie als falsch eingestuft. Vivian brauchte einen Monat, damit ihre Tochter wieder in die Liste der vermissten Personen aufgenommen wurde, aber dies erwies sich als das erste von vielen Problemen, mit denen die Familie konfrontiert sein würde. Später erfuhr die Familie, dass das Eigentum, das Amber im Motelzimmer zurückgelassen hatte, monatelang unbearbeitet geblieben war, bevor es ohne ihr Wissen zerstört wurde. Vivian fragte sich nicht nur, ob Ambers Besitztümer als potenzieller Beweis hätte aufbewahrt werden müsste, sondern wünschte sich auch, dass sie aufgrund ihres sentimentalen Wertes an sie zurückgegeben worden wäre.

Wer tötete Amber Tuccaro?
Foto: Polizei

Vivian wurde erst vier Monate nach dem Verschwinden von Amber vom RCMP interviewt.

Im Oktober 2010 war Amber eine der Frauen, die während des Marsches „Edmonton Sisters In Spirit-Stolen Sisters Awareness“ geehrt wurden, einer unpolitischen Basisveranstaltung, die gegen die Gewalt protestieren wollen, der indigene Frauen ausgesetzt sind.

Die Beschreibung des Fahrzeugs, in das Amber in der Nacht eingestiegen war, in der sie spurlos verschwand, wurde nicht veröffentlicht.

Im Jahr 2011 veranstalteten die Familie Tuccaro und die Sensibilisierungs-organisation der gestohlenen Schwester den "Amber Alyssa Tuccaro Awareness Walk" im Sacred Heart, der First Peoples Church. Auf dem Marsch, der das Bewusstsein für vermisste indigene Frauen schärfen sollte, folgte eine Mahnwache und viele der Teilnehmer waren extra aus Nord-Alberta angereist.

Im August 2012 veröffentlichte die RCMP einen einminütigen Teil eines 17-minütigen Telefongesprächs, das Amber in der Nacht ihres Verschwindens mit ihrem Bruder geführt hatte. Der aufgezeichnete ausgehende Anruf war getätigt worden, während er im Untersuchungsgefängnis von Edmonton festgehalten wurde. Die Aufnahme, von dem Paul Tuccaro sagt, dass sie vor der Veröffentlichung etwa ein Jahr lang in den Händen von den Ermittlern war, wurde in der Hoffnung geteilt, neue Hinweise zu generieren. Es ist nach wie vor das einzige Mal in der kanadischen Geschichte, dass die RCMP während einer laufenden Morduntersuchung, eine Audioaufnahme öffentlich veröffentlicht hat. In der Aufnahme hörte man Amber mit einem Mann sprechen, dessen Identität noch unbekannt ist. Das Protokoll der Konversation des Paares lautet wie folgt:

Amber Tuccaro: Wo sind wir?

Unbekannter Mann: Wir fahren südlich von Beaumont. Nein, nördlich von Beaumont.

Amber Tuccaro: Wir fahren nördlich von Beaumont. Yo, wohin fahren wir?

Unbekannter Mann: Nur…

Amber Tuccaro: Nein, das ist ein…

Unbekannter Mann: Die Nebenstraße.

Amber Tuccaro: Willst du mich verarschen?

Unbekannter Mann: Nein, ich mache keine Witze.

Amber Tuccaro: Du nimmst mich besser nicht ... Du bringst mich besser nirgendwo hin, wo ich nicht hin will. Ich möchte in die Stadt, okay?

Unbekannter Mann: Das ist das Ende der Straße.

Amber Tuccaro: Yo, wir fahren nicht in die Stadt, oder?

Unbekannter Mann: Wir sind. Wir gehen…

Amber Tuccaro: Nein, das sind wir nicht.

Unbekannter Mann: Ja…

Amber Tuccaro: Wo zum Teufel führt diese Straße dann hin?

Unbekannter Mann: Zur 50. Straße.

Amber Tuccaro: 50. Straße. Bist du sicher?

Unbekannter Mann: Auf jeden Fall.

Amber Tuccaro: Yo, wohin fahren wir?

Unbekannter Mann: 50. Straße.

Amber Tuccaro: 50. Straße.

Unbekannter Mann: 50. Straße.

Amber Tuccaro: Östlich, richtig?

Unbekannter Mann: Ja, östlich.

Amber Tuccaro: [unverständlich] Schluss. [unverständlich] Jetzt.

Unbekannter Mann: Kies auf der Straße.

Amber Tuccaro: [unverständlich]


[Dann wurde der Anruf abrupt beendet]

Die Ermittler glauben, der unbekannte Mann habe Amber auf den Landstraßen des Leduc County nach Südosten gefahren, anstatt nach Edmonton. Bei der Veröffentlichung des Anrufes, meldeten sich drei Frauen die behaupteten, die Stimme auf der Aufnahme zu erkennen. Sie identifizierten jeweils den selben Mann, aber nachdem er vom RCMP befragt und überprüft worden war, wurde er von jeglicher Beteiligung an dem Fall ausgeschlossen und als nicht der Mann angesehen, dessen Stimme auf der Aufnahme zu hören ist.

Vivian teilte die Aufzeichnung jeden Tag in den sozialen Medien und forderte die Leute auf, sich zu melden, wenn sie die Stimme erkennen. Ambers Bruder Paul hat seine Verwirrung darüber geteilt, warum niemand den unbekannten Mann identifizieren konnte.

Am 1. September 2012 fand eine Gruppe von Freizeitreitern einen menschlichen Schädel auf einem ländlichen Grundstück im Landkreis Leduc und die Reiter kontaktierten sofort die Behörden. Die Gegend liegt südlich des Motels, in dem Amber gewohnt hatte und war nur 35 km von Edmonton entfernt. Die Entdeckung führte zu einer zweitägigen Bodenabsuche in der Region. Obwohl dies nur wenige Tage nach der Veröffentlichung der Audioaufnahme erfolgte, gab der RCMP an, dass die Veröffentlichung der Audioaufnahme und der Fund des Schädels nicht miteinander verbunden sind. Es war einfach ein Zufall, das der Schädel gefunden wurde.
Die Überreste wurden vom Edmonton Medical Examiner's Office und den RCMP Forensic Identification Services untersucht. Über die zahnärztliche Unterlagen von Amber Tuccaro konnte ganz klar festgestellt werden, das es sich bei dem Schädel, um Amber Tuccaros Überreste handelte. Ihre Todesursache wurde nicht veröffentlicht.

Nachdem Ambers Überreste gefunden worden waren, wurde ihr Fall von der KARE-Abteilung des RCMP übernommen. Die KARE-Abteilung ist eine Untereinheit der RCMP und befasst sich mit vermissten Personen. Sie konzentrieren vor allem sich auf Morde die im Zusammenhang mit vermissten Personen stehen. 
Ambers Tod wurde als verdächtig eingestuft.

Die Teilreste von vier anderen Frauen wurden nur wenige Kilometer von Ambers Überresten entfernt gefunden. Dies hat einige zu der Annahme geführt, dass Ambers Mord und die der vier Frauen die Arbeit eines Serienmörders sind. Das ist eine Möglichkeit, die die RCMP nicht ausschließt. 
Die vier Frauen sind Edna Bernard, die am 22. September 2002 vermisst wurde; 
Katie Sylvia Ballantyne, die am 28. April 2003 vermisst wurde; 
Delores Brower, die am 15. Mai 2004 vermisst wurde; und Corrie Ottenbreit, die am 9. Mai 2004 vermisst wurde. Alle Frauen waren Einheimische und alle waren zum Zeitpunkt ihres Verschwindens per Anhalter gefahren.

Foto: Facebook

Im Jahr 2013 platzierte der RCMP im Rahmen einer Plakatkampagne, die zu dieser Zeit durchgeführt wurde, zwei Werbetafeln in der Nähe der Fundstelle. Eine wurde an der Kreuzung von Highway 814 und der Airport Road in der Nähe von Nisku eingerichtet. Beide Werbetafeln wurden alle paar Wochen an verschiedene Orte verlegt, um sicherzustellen, dass so viele Menschen wie möglich sie sahen.

Am 20. März 2014 reichte Vivian beim Vorsitzenden der Kommission für öffentliche Beschwerden, eine offizielle Beschwerde über dir Leduc RCMP ein. In der Beschwerde wurden zahlreiche Probleme bei den Ermittlungen angeführt, darunter das Herunterspielen von Ambers Verschwinden und die Zerstörung möglicher Beweise. 

Die Familie hat mehrfach gesagt, dass dir RCMP den Fall missachtet hat. Sie wurden während der gesamten Dauer der Untersuchung von Offizier zu Offizier weitergegeben, und es wurde nur sehr wenig Kontakt mit ihnen aufgenommen.

Im Januar 2015 fand in Fort Chipewyan der zweite jährliche Amber Alyssa Tuccaro Memorial Round Dance statt, um auf den Mord an der jungen Frau aufmerksam zu machen. Es war eine Heilungszeremonie für die Anwesenden, die daran erinnerte, dass Amber geliebt wurde und dass ihr Tod viele in der kleinen nördlichen Gemeinde betroffen hat. Es wurde ein Tisch mit Broschüren aufgestellt, in denen Tipps aufgeführt waren, die Frauen berücksichtigen sollten, damit sie sicher sind.
Nachdem Vivian in die Gegend zurückgekehrt war, beschloss sie, die jährliche Veranstaltung zu organisieren, um die begrenzten Ressourcen auszugleichen, die sie für das Hin- und Herreisen nach Edmonton hatte.

Im Februar 2015 reiste Vivian nach Ottawa, um zum ersten Mal an Kanadas vermissten und ermordeten indigenen Frauen und Mädchen teilzunehmen. Dort trafen sie und dutzende Familien aus ganz Kanada Ministerpräsidenten, Vertreter von sechs indigenen Organisationen und zwei Bundeskabinetts-minister.,Dort drückte sie ihre Unterstützung für die nationale Untersuchung der vermissten und ermordeten indigenen Frauen Kanadas aus. Vivian zeigte, die bestehenden Lücken im System auf, insbesondere wenn es darum ging, Menschen als vermisst zu melden.

Über zwei Jahre später folgte Pauls Teilnahme an der nationalen Untersuchung zusammen mit seiner Frau Judy Cardinal. Das Paar entschied sich für eine Teilnahme, damit Ambers Geschichte nicht vergessen wird. Zwei Stunden lang sagte er aus, dass die Untersuchung von Ambers Tod unzulänglich war und er teilte seine Überzeugung, dass sich die Dinge möglicherweise anders entwickelt hätten, wenn der Fall ordnungsgemäß behandelt worden wäre. Er erklärte, dass im Verlauf der Ermittlungen verschiedene Zweige von verschiedenen Polizeidienststellen, die Kontrolle über den Fall hatten und niemand die Familie regelmäßig über den Stand der Ermitttlungen auf dem Laufenden hielt. Er teilte auch Empfehlungen mit, von denen er hoffte, dass sie bei der Lösung von Fällen mit vermissten und ermordeten indigenen Frauen helfen würden. Er sagte, die Polizei sollte von sich von nicht auf stereotypische Opfer festlegen und diejenigen, die dies tun, sollten diszipliniert werden. Er schlug auch vor, dass Familien Kopien aller bei den Behörden eingereichten Unterlagen erhalten und er forderte dass die RCMP-Richtlinie, die besagt das man erst 24 Stunden abwarten muss bevor man eine Person als vermisst melden kann, verändert oder abgeschafft werden sollte.

Paul teilte seine Frustration darüber, wie unorganisiert die Ermittlung war. Allgemein wurde man als Angehöriger sehr schlecht von den Behörden begleitet und man fühlte sich allein gelassen.

Am Muttertag 2015 machten die gestohlenen Schwestern, eine Organistion für vermisste indigenen Personen, erneut auf Ambers Fall aufmerksam. Zusammen mit der Familie brachten sie Plakate im Landkreis Leduc an, spielten die Audioaufnahmen erneut ab und legten Blumen in die Nähe der Stelle, an der Anbers Überreste gefunden worden waren.

Im November 2016 fand im Corinthian Park die Justizkundgebung zu Ehren der vermissten Frauen statt, die seit 2002 im Landkreis Leduc verstorben waren. Ziel war es, das Bewusstsein für die Fälle zu schärfen und Druck auf die RCMP auszuüben, damit die Fälle erneut untersucht werden. Die Organisatorin der Veranstaltung, April Eve Wiberg, teilte ihre Überzeugung, dass Ambers Fall möglicherweise nie gelöst werden könnte.

Im Jahr 2017 kündigte die Familie an, die bestehende Belohnung von 5.000 US-Dollar für Informationen zu erhöhen, die zu Lösung in dieses Fall führen. Die Mittel kamen aus eigenen Taschen und aus Gemeinschaftsspenden. Sie haben auch die Social-Media-Kampagne "Gerechtigkeit für Amber" gestartet. Sie erstellten die Facebook-Seite Justice for AMBER Tuccaro und forderten die Benutzer der Website auf, ihre Profilbilder in ein Bild von Amber zu ändern.

Im Jahr 2018 ergab eine unabhängige Überprüfung durch die Bundesregierung auf der Grundlage der 2014 von Vivian eingereichten Beschwerde, dass die Leduc RCMP-Untersuchung zu Ambers Verschwinden und Mord mangelhaft gewesen war, was die Überzeugung der Familie bestätigte. In dem 120-seitigen Bericht hieß es, dass die beteiligten Beamten nicht ordnungsgemäß geschult waren oder sich entschieden haben, ihre Schulung nicht zu befolgen und dass sich viele nicht an die RCMP-Richtlinien hielten. Dies betraf Maßnahmen, die zu Beginn der Untersuchung ergriffen wurden, einschließlich der Entfernung von Ambers Namen aus der Datenbank für vermisste Personen und der Zerstörung potenzieller Beweise, von denen letztere nicht dem richtigen Protokoll entsprachen. Die Überprüfung ergab auch, dass der Umgang des RCMP mit Zeugenaussagen unangemessen war. Es stellte sich heraus, dass die Zeit, die für das Interview mit Vivian benötigt wurde, „unvernünftig und unangemessen“ war und dass zahlreiche Beamte keinen Kontakt zu der Frau hatten, mit der Amber zum Zeitpunkt ihres Verschwindens gereist war. Außerdem wurde festgestellt, dass relevante Kontaktinformationen für potenzielle Zeugen nicht immer aufgezeichnet wurden.

Es wurde auch festgestellt, dass ungenaue Informationen über den Fall an die Medien weitergegeben wurden.

Insgesamt wurden 24 Befunde und 17 Empfehlungen abgegeben. Eine der wichtigsten Empfehlungen war, dass die Beamten „operative Leitlinien“ erhalten, und die RCMP beauftragt wurde, der Kommission nach einem Jahr den Umsetzungsstatus der Empfehlungen zu melden. Der RCMP-Kommissar versprach, die Empfehlungen umzusetzen, und dankte der Familie dafür, dass sie über das gesprochen hatte, was sie im Verlauf der Untersuchung erlebt hatten.

Im Jahr 2019 wurde im Namen des RCMP eine formelle Entschuldigung an die Familie gerichtet. Der stellvertretende Kommissar Curtis Zablocki teilte mit, dass das Gefühl der Dringlichkeit für die Untersuchung nicht vorhanden gewesen sei und dass der Fall nicht die beste Arbeit der Polizei war und er erklärte, dass die Richtlinien und Verfahren infolge der Untersuchung geändert worden seien, einschließlich der Entwicklung eines Risikomanagementsystems, um sicherzustellen, dass kein Fall auf der Strecke bleibt und dass die Beamten des RCMP die Konsequenzen ihrer Handlungen gespürt hätten, einschließlich das Einige nicht mehr bei der Polizei sind.

Die Familie Tuccaro lehnte es ab, die Entschuldigung anzunehmen und sagte, sie fühle sich gezwungen. Laut dem Anwalt der Familie fordern die Tuccaros eine Entschädigung.

Nach der Entschuldigung enthüllte die Familie den Anhängern ein neues Poster und forderte diejenigen mit Informationen erneut auf, sich zu melden und die Polizei zu kontaktieren.

Im September 2019 reichte die Familie Unterlagen ein, um Ambers Überreste für DNA-Tests zu exhumieren, da sie nicht sicher sind, ob der gefundene Schädel tatsächlich ihr gehörte. Dies lag an ihrem Misstrauen gegenüber der RCMP. Paul erklärte, er habe seine Zweifel, wenn man bedenkt, wie schnell die Identifizierung erfolgte. Er stellte auch Diskrepanzen zwischen Ambers Zahnakten und Zahnfüllungen im Schädel fest. Sie hoffen, Jacobs DNA mit der des Schädels zu vergleichen zu können, um zu bestätigen oder zu wiederlegen, dass der Schädel Amber gehört.

Im Januar 2020 gab die RCMP bekannt, dass ein Mann, der sich im Dezember 2019 wegen eines Falls vermisster Personen in der Region an die Banff-Abteilung gewandt hatte, zahlreiche Facebook-Posts verfasst hatte, in denen behauptet wurde, sein Vater sei für Ambers Mord verantwortlich, sowie für andere Morde in Alberta. Der Mann, der in Utah lebt, behauptete, seine Familie habe die männliche Stimme in der Audioufnahme als seinem Vater gehörend identifiziert, der seit 2009 auf einer ländlichen Ranch im Großraum Edmonton lebte. Laut RCMP waren viele der von dem Mann erwähnten Fälle, bereits schon gelöst worden, aber sie untersuchen derzeit, ob die Informationen für Ambers Fall relevant sind. Sie haben festgestellt, dass der Mann in der Vergangenheit falsche Anschuldigungen gegen seinen Vater erhoben hatte.

Die Facebook-Beiträge wurden inzwischen wieder entfernt. Weder der Mann noch sein Vater wurden identifiziert, da sein Vater in den genannten Fällen nicht als Verdächtiger oder interessierende Person genannt wurde.

Ambers Familie hat sich geweigert, zu den Vorwürfen des Mannes Stellung zu nehmen.

Laut RCMP bleibt der Fall von Amber offen. Obwohl keine Festnahmen vorgenommen wurden, gilt der nicht identifizierte Mann, dessen Stimme in der veröffentlichten Audioaufnahme zu hören ist, als eine Person von Interesse. Die Polizei sagt, dass sie weiterhin um Hinweise bitten.

Die Theorien

1) Die einzige Theorie in diesem Fall ist, dass Amber ermordet wurde, höchstwahrscheinlich von dem Mann, der sie in der Nacht ihres Verschwindens abgeholt hat. Dies war auf die abgelegene Gegend zurückzuführen, in der die Überreste gefunden wurden und auf den Anruf, den sie mit ihrem Bruder hatte. Derzeit ist die Hauptfrage vieler, die auf den Fall gestoßen sind, ob Ambers Mord von einem potenziellen Serienmörder verursacht wurde oder nicht. Angesichts der Tatsache, dass sich die Leichen von vier anderen indigenen Frauen in der Nähe der Überreste von Amber befanden, halten viele es für wahrscheinlich, dass in der Region ein Serienmörder am Werk war, der sich gegen schutzbedürftige Frauen richtet. Es ist eine Theorie, die von der RCMP nicht ausgeschlossen wurde, aber sie haben nicht gesagt, ob es Beweise dafür gibt, das die fünf Fälle in Zusammenhang stehen.

Die Nachwirkungen

Ambers Vater ist 2014 verstorben.

Vivian zieht seitdem Amber verschwunden ist, Ambers Sohn  Jacob groß. Sie teilt mit, dass seine Energie dazu beiträgt, sie zz ebnen und dass Jacob viele von Ambers Eigenschaften teilt, einschließlich der Art, wie sie sprach und ihrer fröhlichen Art.
Sie sagt, Jacob vermisse seine Mutter und frage häufig, was mit ihr passiert sei.

Vivian legt Wert darauf, dass Ambers Geschichte nicht vergessen wird. Die Lösung des Falls ist zu ihrem zweitgrößten Wunsch geworden, wobei der erste darin besteht, dass Amber doch noch am Leben ist.


Fallkontaktinformationen

Die Leduc-Abteilung der RCMP bittet derzeit diejenigen mit Informationen über Ambers Mord, sich mit ihnen in Verbindung zu setzen. 

Ambers Beschreibung

Zum Zeitpunkt ihres Verschwindens war Amber Tuccaro bei 1,67 m groß und wog ungefähr 144 Pfund. 
Sie hatte schwarze Haare mit blonden Strähnchen und sie hatte braune Augen. 
Sie soll einen lila Bench Hoodie getragen haben.

Fragen der Polizei:
  1. Wer hat Amber Tuccaro am 18. August 2010 zwischen 19:30 Uhr und 20:30 Uhr in der Nähe des Nisku Place Motel gesehen, wie sie versuchte per Anhalter zu fahren?
  2. Wer hat Amber Tuccaro in diesem Zeitraum dabei beobachtet, wie sie in ein Fahrzeug stieg?
  3. Wer weiß, was das für ein Fahrzeug war oder wie der Fahrer aussah?
  4. Wer hat am 18. August 2010 nach 20:30 Uhr oder in den Tagen danach, auf einem ländlichen Grundstück im Landkreis Leduc, südlich des Nisku Place Motel und 35 km von Edmonton entfernt, verdächtige Personen oder Fahrzeuge beobachtet?
  5. Wer weiß, wer für diese Tat verantwortlich sein könnte?
  6. Wer hat Informationen zu den anderen vier ungelösten Frauenmorden?
  7. Wer hat sonstige Informationen zu dem Fall?

Der Mord an Amber Tuccaro ist bis heute ungelöst. Die Polizei untersucht den Fall weiterhin aktiv.

Personen mit Informationen zu diesem Fall können sich unter der Rufnummer (Vorwahl Kanada)+780-412-5261 an Alberta RCMP oder unter der Rufnummer +780-980-7267 an Leduc RCMP wenden. Hinweise können auch unter den Rufnummern +1-877-412-5273 oder +780-509-3356 beim Project KARE abgegeben werden. Zudem können Hinweise auch anonym über die Crime Stoppers unter der Rufnummer +1-800-222-8477 übermittelt werden.

R.I.P. Amber Tuccaro

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

ÖSTERREICH/INNSBRUCK: Tötungsdelikt z. N. von Daniela Kammerer (2005)

COLD CASE DER WOCHE: Vermisst Mary Jimmie Shinn (1978)

ÖSTERREICH/GELÖST: Tötungsdelikt z. N. von Raven Vollrath (2005)

USA: Die ungeklärten Todesumstände von Ethan Kazmerzak (2013)

COLD CASE DER WOCHE: Vermisst Marcia Anne Ryan (1996)